Brückenfest-Bühnenprogramm steht

Das im Rahmen des Jahres der Demokratie unter dem Motto “Ankommen. Platznehmen. Mitgestalten.” stattfindende vierte Brückenfest bietet neben vielfältigen Informationsangeboten, Workshops, einer “Straße der Demokratie” und einem “Fliegenden Forum” auch 2018 wieder ein abwechslungsreiches Kulturprogramm.

„Wir haben ein großartiges Lineup aus vielen Gengres und mit Künstler*innen aus Leipzig, Dresden und Berlin. Auch die Leipziger Newcomer Band Multipass wird auftreten, was uns sehr freut. Es wird ein tolles Fest!“, so Johannes Wünsch von Klangeskort. Auf der Bühnen finden sich Künstler*innen und Bands wie SHOWKO, Reggaemanding, das Ensemble “Klänge der Hoffnung”, Chipote Chingon und die Crashcaptains. „Uns ist es gelungen, mit Mono & Nikitaman + Mal Élevé (Irie Révoltés) ein besonderes musikalisches Highlight zu präsentieren, welches in gelungener Art und Weise Texte mit Inhalt und Anspruch mit groovenden Sounds verbindet“, freut sich Jürgen Ackermann vom Werk 2.

Auch Redebeiträge, die sich mit dem Zusammenleben in unserer Stadt und Teilhabe beschäftigen, werden auf der Bühne ihren Platz haben. „Vereine und Initiativen werden auch von der Bühne die Möglichkeit haben, ihre Erfahrungen und Botschaften mit allen Besucher*innen des Festes zu teilen. So erwarten wir u.a. Redebeiträge vom Netzwerk Migration- Migrant*innen in Leipzig, der IG Metall, dem Peperoncini e.V., dem Südcafe und der Kontaktstelle Wohnen“, erklärt Irena Rudolph-Kokot als Mitorganisatorin des Brückenfestes abschließend.

Das Brückenfest findet am 25.08.2018, von 14 bis 22 Uhr, auf der Sachsenbrücke statt. Es sind auch weiterhin noch Helferinnen und Helfer gesucht. Diese bitten wir sich unter https://platznehmen.de/mitmachen/ zu melden. Weitere Informationen sind zu finden unter:
http://brueckenfest.platznehmen.de/
https://www.facebook.com/Brueckenfest4.0/

Pressemitteilung: Leipzig, den 10. August 2018
Grafik: M&N Records

Seenotrettung ist kein Verbrechen – setzt ein Signal der Menschlichkeit!

Das Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“ ruft zur Seebrücke-Demonstration auf

Derzeit ertrinken tausende Menschen im Mittelmeer auf der Flucht. Warum? Weil die Seenotrettungsschiffe, Boote und Flugzeuge der Hilfsorganisationen festgesetzt wurden und nicht retten dürfen. Zudem soll am Kapitän der „Mission Lifeline“ wegen angeblich formaler Verstöße ein juristisch fragwürdiges Exempel statuiert werden. Hierbei handelt es sich jedoch lediglich um einen Vorwand zum Zweck einer politischen Kampagne der Abschreckung.

Vorangegangen war der Anklage eine tagelange Odyssee des Rettungsschiffes „Mission Lifeline“, welches im Juni mit 230 geretteten und zum Teil auf medizinische Hilfe angewiesenen Menschen an Bord tagelang auf dem Meer herumirren musste. Kein Hafen wollte sie aufnehmen. Vor allem die neue italienische Regierung fährt einen harten Kurs. Erst nach sechs Tagen war Malta bereit das Schiff anlegen zu lassen, setzte daraufhin allerdings Schiff samt Kapitän fest.

„Nachweislich sind seit Anfang des Jahres bis zum Juni schon 1400 Menschen im Massengrab Mittelmeer ertrunken. Seit Juni steigen diese Zahlen weiter an. Das ist barbarisch! Es darf nicht sein, dass Regierungen Menschenleben, um einer Abschreckung willen, leichtfertig aufs Spiel setzen. Es ist nicht hinnehmbar, dass wir Menschen vor den Küsten Europas einfach ertrinken lassen. Sie fliehen vor Krieg, Hunger, Perspektivlosigkeit und Vertreibung und es ist unsere verdammte Pflicht, ihnen zu helfen. Sie alle haben das Recht, ein ordentliches Asylverfahren inklusive des Rechts auf einen Rechtsbeistand“, erklärt Irena Rudolph-Kokot für das Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“.

„Wir brauchen endlich legale Fluchtwege nach Europa. So lange es diese nicht gibt, ist die Arbeit der Seenotretter*innen überlebensnotwendig. Mehrere Tausend Menschen mussten bereits auf der Flucht im Mittelmeer ihr Leben lassen. Es liegt in unserer Verantwortung, dass nicht noch mehr Menschen sterben. Die Europäische Union darf Länder wie Italien, Spanien und Griechenland mit den vielen Schutzsuchenden nicht alleine lassen. Wir fordern endlich Solidarität in Aktion und nicht nur als Lippenbekenntnis. Der Bundesinnenminister darf die Aufnahme von Geflüchtete durch Bundesländer und Städte, die Verantwortung übernehmen möchten, nicht länger abweisen“, so Anne Kämmerer von der Grünen Jugend.

Einige Bundesländer und Städte sowie Spanien mit der Bereitschaft der Aufnahme der „Aquarius“ haben ein Zeichen der Humanität gesetzt und gezeigt, wie verantwortliches Handeln im Sinne der Menschlichkeit geht.

Wir fordern deshalb alle politischen Verantwortlichen auf:

  • sich für die Hilfsorganisationen und deren engagierte Arbeit einzusetzen und diese direkt zu unterstützen
  • deutlich klarzustellen, dass Seenotrettung kein Verbrechen, sondern eine humanitäre und hoch anzuerkennende Leistung ist
  • die Arbeit an einer Einigung um sichere Fluchtwege voranzubringen und die europäische staatliche Seenotrettung auszubauen
  • eine Festung Europa nach den Vorstellungen reaktionärer Kräfte zu verhindern.

Für Leipzig fordern wir, die Bürger*innen dieser Stadt: Wir wollen der sichere Hafen sein. Kommt am 4. August, 16 Uhr zur Demonstration der „Seebrücke Leipzig“ zum Bundesverwaltungsgericht und zeigt euch solidarisch!

Flucht ist kein Verbrechen!
Menschen aus Seenot zu retten ist humanitäre Pflicht!
Lasst uns die Humanität retten!

Weitere Informationen:
https://www.facebook.com/seebrueckeleipzig/
https://www.facebook.com/events/419094355267638/

Pressemitteilung: Leipzig, 1. August 2018
Grafik: Initiative »Leipziger Seebrücke – Schafft sichere Häfen«

Wohnungsbörse auf dem Brückenfest sucht Wohnungsangebote für Geflüchtete

Das Brückenfest 2018 möchte in diesem Jahr neue Wege gehen und einen aktiven Beitrag zum Ankommen geflüchteter Menschen leisten: „Die Wohnungsnot in Leipzig trifft Menschen mit Migrationsgeschichte besonders hart. Wir wollen eine Stadt die allen Menschen ein Ankommen ermöglicht, dazu ist die eigene Wohnung, das eigene Zimmer in einer Wohngemeinschaft eine wesentliche Voraussetzung“, so Christin Melcher Mitorganisatorin des Brückenfestes.

Gemeinsam mit der Kontaktstelle Wohnen, die wie keine andere Organisation in Leipzig, Wohnraum für Geflüchtet sucht und vermittelt, wird es auf dem Brückenfest eine Wohnungsbörse für Geflüchtete geben.

„Der Wohnraum in Leipzig wird immer knapper. Gerade in innenstadtnahen Gebieten ist es fast unmöglich, günstigen Wohnraum zu finden. Wir dürfen nicht zulassen, dass Geflüchtete und andere Leistungsempfänger*innen an den Rand der Stadt verdrängt werden, sondern brauchen bezahlbaren Wohnraum in allen Stadtteilen“, so Dana Ersing von der Kontaktstelle Wohnen. „Wer umzieht und einen Nachmieter sucht, wer in seiner Wohngemeinschaft ein Zimmer frei hat, wer zur Gründung seiner Hausgemeinschaft noch Menschen sucht, kann sich an die Kontaktstelle Wohnen wenden. Die Stadt sind wir alle und wir alle können einen aktiven Beitrag zum Miteinander leisten“, erklärt Ersing abschließend. Bei den angebotenen Wohnungen müssen die Mieten innerhalb des KdU-Satzes liegen, damit die Mietkosten vom Amt übernommen werden können.

Das Brückenfest findet am 25.08.2018 von 14 bis 22 Uhr auf der Sachsenbrücke statt. Die Wohnungsbörse der Kontaktstelle ist ein Angebot für das Miteinander in unserer Stadt. Auch auf dem Brückenfest selbst wird es die Möglichkeit geben, seine Wohnung zu inserieren. Alle Wohnungsangebote werden anonymisiert angeboten.

Pressemitteilung: Leipzig, den 1.8.2018

Forum auf dem Brückenfest soll Lust auf das Sprachenlernen wecken

Die Organisator*innen des Brückenfestes haben sich ein besonderes Angebot überlegt – ein Sprachenforum. Dazu erläutert Helga Arnhard vom Netzwerk Intergration-Migrant*innen in Leipzig e.V.: „Einen Fremden verstehen, nach seinem Namen fragen und woher er kommt, das geht sicher leicht. Aber, wenn man mehr wissen möchte, warum er hier ist, welchen Beruf er hat, was er aus der Heimat vermisst, welche Wünsche und Träume er hat, dazu braucht man Sprachkenntnisse. Nutzen Sie die Chance, in eine andere Sprache hinein zu schnuppern. Auf dem vor Ort dann aufgestellten Stundenplan sehen Sie, wann die gewünschte Sprache angeboten wird.“ Auf jeden Fall sind Russisch, Arabisch, Chinesisch, Spanisch, Ukrainisch und Armenisch in Planung.

„Wir freuen uns über schon mehr als 60 Standanmeldungen von Vereinen, Initiativen, Gewerkschaften, Kirchenorganisationen und Parteien. Besonders freut uns die inhaltliche und kulturelle Vielfalt der Beteiligten. Es wird für die Besucher*innen auf jeden Fall in jeglicher Hinsicht abwechslungsreich“, so Irena Rudolph-Kokot, Mitorganisatorin des Brückenfestes.

Henry Lewkowitz, Geschäftsführender 2. Vorsitzender des Erich-Zeigner-Haus e.V. erklärt zur Motivation am Fest teilzunehmen: „Wir nehmen als Erich-Zeigner-Haus e.V. am diesjährigen Brückenfest gern wieder teil, weil es eine sehr gute Möglichkeit ist, zusammen mit vielen anderen Akteuren aus der Zivilgesellschaft ein Zeichen für Demokratie, Toleranz und Zivilcourage im öffentlichen Raum zu setzen.“

Das Brückenfest findet am 25.08.2018, von 14 bis 22 Uhr, auf der Sachsenbrücke statt.

Pressemitteilung: Leipzig, den 27.7.2018

Für eine solidarische Gesellschaft – Aufruf zur Teilnahme an der Global Space Odyssey

Das Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“ ruft zur Teilnahme an der Global Space Odyssey am Samstag, den 14. Juli in Leipzig auf. Die Demonstration unter dem Motto „Diversität, Solidarität, Verantwortung“ zieht von der Markranstädter Straße Richtung Augustusplatz und dann weiter zum Friedenspark. Die Global Space Odyssey will damit auch ein Zeichen für ein tolerantes Miteinander und gegen Rassismus und Ausgrenzung setzen.

„Gerade jetzt ist es wichtig, gemeinsam Werte wie Solidarität und Vielfalt zu betonen und deutlich zu machen, wie wichtig sie für unsere Gesellschaft sind. Gemeinsam mit vielen tausend Menschen wollen wir diese Werte feiern und bekräftigen, dass wir für eine solidarische Gesellschaft streiten“, so Irena Rudolph-Kokot für „Leipzig nimmt Platz“.

„Es ist immer auch ein Aufruf für ein friedliches und tolerantes Miteinander und für eine Gesellschaft, in der die Menschen füreinander einstehen und sich gegenseitig unterstützen. In einer Zeit, wo Vorurteile auf dem Vormarsch sind und gesellschaftliche Zentrifugalkräfte, befeuert durch Rechte, zunehmen, ist es wichtig, deutlich zu machen, dass Solidarität die Grundlage unseres Zusammenlebens ist und wir immer wieder neu dafür streiten müssen“, so Jürgen Kasek vom Aktionsnetzwerk abschließend.

Pressemitteilung: Leipzig, 13. Juli 2018

PM: Das Leipziger Brückenfest sucht Unterstützung

Am 25. August wird das Brückenfest zum vierten Mal auf der Sachsenbrücke im Clara-Zetkin-Park stattfinden. Das Organisationsteam sucht wie auch schon den letzten Jahren helfende Hände, um die Veranstaltung zu stemmen, die Menschen aus anderen Ländern und gestandene Leipzigerinnen und Leipziger zusammenzubringen soll. Zum ersten Mal konnte ein zweisprachiges Onlineformular eingerichtet werden unter https://platznehmen.de/mitmachen und https://platznehmen.de/support (englisch).

Die Intention des Leipziger Brückenfestes erscheint aktueller denn je. Die beteiligten Vereine und Initiativen haben das Motto „ankommen. platznehmen. mitgestalten.“ gewählt. Damit soll eine gleichgestellte Stadtgesellschaft gefördert werden, die ausdrücklich die Menschen einbezieht, die nach einer oft lebensgefährlichen Flucht in Leipzig angekommen sind. Erst am vergangenen Sonnabend hatten sich mehr als 600 Menschen zusammengefunden, um gegen die Kriminalisierung von Seenotrettung zu protestieren. Davon betroffen ist neben anderen NGOs die Dresdner Initiative „Mission Lifeline“, für die beim letzten Brückenfest Spenden für 300 dringend benötigte Schwimmwesten gesammelt werden konnten.

In den Jahren seit 2015 hatte das ehrenamtlich organisierte Brückenfest jeweils tausende Menschen bei Musik, Diskussionen, Spielen und kulinarischen Leckereien zusammengebracht. Das Aktionsnetzwerk »Leipzig nimmt Platz« übt gemeinsam mit der Kulturfabrik Werk 2, dem Netzwerk Integration – Migrant*innen in Leipzig, der Moritzbastei und dem Leipzig. Courage zeigen e.V. den Brückenschlag zu all den Menschen, die ausgrenzt werden. Das Brückenfest wird gefördert durch das vom Stadtrat Leipzig beschlossene Jahr der Demokratie 2018: “Du. Wir. Leipzig.”

Pressemitteilung: Leipzig, den 13.7.2018

PM: Das Urteil darf kein Schlussstrich sein

Das Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“ ruft dazu auf, an den zahlreichen Demonstrationen teilzunehmen, die für Aufklärung und Gerechtigkeit bundesweit am 11. Juli stattfinden werden.

In der Region wird zur Versammlung in Leipzig ab 13:00 Uhr in die Petersstraße vor der Hugendubel-Wiese und ab 21:00 Uhr auf den Marktplatz in Halle aufgerufen. Zur Kundgebung in Halle erfolgt die gemeinsame Anreise aus Leipzig um 19:45 Uhr vom Gleis 2 Hauptbahnhof.

Am kommenden Mittwoch erwarten wir die Urteilsverkündung im fünf Jahre andauernden Mammutprozess um den Nationalsozialistischen Untergrund (NSU), dessen Mitglieder für zehn Morde, drei Sprengstoffanschläge und fünfzehn Raubüberfälle nachgewiesen verantwortlich zeichnen. Alle interessierten Augen und Ohren werden ab 9:55 Uhr darauf gerichtet sein, was die Richter zu verkünden haben. Der Richterspruch kann live im Ersten verfolgt werden.

„Doch egal wie das Urteil ausfällt, es darf nicht das Ende der Aufklärung sein. Viel zu viele Ungereimtheiten und Verstrickungen von Behörden, vor allem der Verfassungsschutzämter der Länder und des Bundes bleiben unaufgeklärt. Vertuschung durch die Vernichtung zahlreicher Akten hat vor allem den Verfassungsschutz ins Licht der Mittäterschaft gerückt. Das Netz der Unterstützer*innen des NSU konnte somit noch nicht komplett beleuchtet werden und Verantwortliche in den Behörden wurden nicht zur Rechenschaft gezogen. Das rechtsextreme Terrornetzwerk ist aller Wahrscheinlichkeit nach nicht komplett ausgehoben. Deswegen müssen die Untersuchungen weiter gehen“, erklärt Irena Rudolph-Kokot vom Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“.

Tobias Sonntag vom Bündnis „Kein Schlussstrich Leipzig“ merkt dazu an: „Für die betroffenen Familien und alle anderen, die nach Aufklärung und Gerechtigkeit streben, war die Hoffnung auf eine Aufklärung des NSU-Komplex schon in den ersten Prozesswochen geplatzt. Wir wollen mit unserem Protest auch die These eines Täter-Trios widerlegen. Belegbar gehörten rund 120 Personen zum Umfeld des NSU. Daher kann das Urteil gegen Beate Zschäpe und die weiteren vier Angeklagten überhaupt kein Rechtsspruch sein. Mit dem Prozessende hört die Forderung nach Aufklärung nicht auf. Weiter werden wir zeigen, dass unter diesem Kapitel rechten Terrors samt den staatlichen Verstrickungen kein Schlussstrich gezogen werden kann.“

Pressemitteilung: Leipzig, 9. Juli 2018
Grafik: Prisma/IL Leipzig

PM: Leipziger Erklärung 2018 – Zeit für Zivilcourage

Im Anschluss an die Strategiekonferenz “Wir müssen uns entscheiden. Für eine solidarische Zukunft!” veröffentlicht das Netzwerk Leipzig nimmt Platz! am 1. Juni 2018 die Leipziger Erklärung 2018. Diese wird von über 50 prominenten Erstunterzeichnenden aus Politik und Zivilgesellschaft getragen. Bei der Konferenz, die Anfang April in Leipzig stattfand, versammelten sich 150 Teilnehmende um zivilgesellschaftliche Strategie gegen ein Erstarken der Neuen Rechten und den Rechtsruck im Anschluss an die Bundestagswahl 2017 zu entwickeln.

„Die Neue Rechte hat den Weg in das bundesdeutsche Parlament geschafft und gibt damit sämtlichen neonazistischen, rassistischen und antidemokratischen Strömungen Rückenwind. Dies stellt alle, die sich mit der aktuellen Entwicklung nicht abfinden wollen, vor neue Aufgaben – vor allem vor die Aufgabe, mit einem breiten gesellschaftlichen Konsens für eine solidarische Gesellschaft den Rechten und ihrer Hetze den Boden zu entziehen.

Wir wollen einen Zusammenschluss aller demokratischen Akteure der Zivilgesellschaft, die sich gegen den Rechtsruck und die antidemokratischen Entwicklungen in unserer Gesellschaft stellen. Und wir wollen mit allen gemeinsam, die unsere formulierten Ziele teilen, Probleme in der Stadtgesellschaft solidarisch lösen“, erklärt Irena Rudolph-Kokot für das Aktionsnetzwerk.

“Mit dem immer stärkeren Rechtsruck und der wachsenden Präsenz von Neuen Rechten in unterschiedlichen gesellschaftlichen Feldern stehen wir vor weiteren Herausforderungen. Die neue Leipziger Erklärung macht deutlich, dass das Netzwerk als gestalterische Akteurin hin zu einer solidarischen Stadtgesellschaft aktiv wird. Das ist notwendig, weil die antidemokratischen, sexistischen, antisemitischen und rassistischen Entwicklungen eng mit der Frage verbunden sind, in welcher Gesellschaft wir leben wollen. Wir alle stehen für eine offene und solidarische Gesellschaft, in der jegliches menschenverachtendes Gedankengut keinen Platz findet”, so Stina Rückert von Prisma Leipzig.

“Selbstverständlich bleibt das Netzwerk die Plattform zur Vernetzung des Protestes gegen neonazistische und andere antidemokratische Aufmärsche in unserer Stadt. Diese werden auch weiterhin auf breiten Widerstand in der Stadtgesellschaft stoßen”, schließt Anne Kämmerer, Vertreterin der Grünen Jugend im Aktionsnetzwerk.

Alle Menschen, welche die in der Leipziger Erklärung formulierten Ziele teilen, sind eingeladen, den Aufruf mitzuzeichnen: https://platznehmen.de/mitzeichnen2018/

Pressemitteilung: Leipzig, den 1. Juni 2018

Demokratie mitgestalten: Am 25. August findet zum vierten Mal das Brückenfest unter dem Motto „ankommen. platznehmen. mitgestalten.“ statt.

Mit dem 4. Brückenfest auf der Sachsenbrücke am 25.August 2018 will das Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“ gemeinsam mit dem Netzwerk Integration- Migrant*innen in Leipzig, der Moritzbastei, dem Werk 2- Kulturfabrik e.V. und dem Leipzig. Courage zeigen e.V. alle Leipzigerinnen und Leipziger Demokratie gestalten. „In Zeiten, in denen der gesellschaftliche Zusammenhalt wieder in Gefahr ist, wollen wir aktiv die Mitgestaltung aller in unserer Stadt unterstützen. Demokratie leben, Gesellschaft mitgestalten, das ist die Grundlage für unser Zusammenleben“, so Christin Melcher für die Organisator*innen des Brückenfestes.

„Gerade im Jahr der Demokratie rücken in Leipzig die Mitgestaltung und Mitbestimmung etwas mehr in den Fokus. Wir wollen zeigen, wie Menschen sich einbringen können aber auch darauf aufmerksam machen, dass unsere Gesellschaft immer noch von vielfältiger Ausgrenzung – ökonomischer, rassistischer, sozialer, bildungsständischer – geprägt ist. Diese gilt es zu überwinden und wir wollen einen kleinen Beitrag dazu leisten“, erklärt Irena Rudolph-Kokot vom Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“.

Die Organisator*innen freuen sich über die Förderung der Stadt Leipzig im Rahmen des Jahres für Demokratie. „Wir machen uns in diesem Jahr auf den Weg das Brückenfest noch nachhaltiger und integrativer zu gestalten. Wir wollen gemeinsam unsere Stadt mitgestalten“ bekräftigen die Organisator*innen Christin Melcher und Irena Rudolph-Kokot.

Mit dem ersten Brückenfest im September 2015 gelang es viele Geflüchtete mit schon länger in unserer Stadt lebenden Menschen, mit und ohne Migrationsgeschichte, zusammenzubringen und sich kennenzulernen. Beim Brückenfest 2016 lag das Augenmerk auf die vielen rassistischen Übergriffe – nicht nur, aber vor allem in Sachsen stattfanden. Das Fest als zivilgesellschaftlicher Widerspruch zu den rassistischen Entwicklungen hat gelebte Solidarität, Offenheit und Toleranz das Miteinander in unserer Stadt verbessern und bereichern. Im vergangen Jahr ging es um die Teilhabemöglichkeiten am gesellschaftlichen und politischen Leben.

Das Brückenfest will zum vierten Mal durch das Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“ in Kooperation mit dem Werk 2, dem Netzwerk Integration und neuen Partner*innen wie der Moritzbastei und dem Leipzig. Courage zeigen e.V. den Brückenschlag zu all den Menschen, die von Alltag gewordenem Rassismus betroffen sind, üben.

Pressemitteilung: Leipzig, den 30.5.2018

Vielfalt und Solidarität stellen sich Einfalt und Hass

Das Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“ protestierte am Samstag gemeinsam mit 1500 Menschen gegen das Nazi-Festival in der ostsächsischen Kleinstadt Ostritz. Der vielfältige Protest verteilte sich in der Stadt auf der Lederwerkwiese bei „Rechts rockt nicht“ und beim Friedensfest auf dem Markt, welche durch eine kleine Straße miteinander verbunden sind.

Die entspannte Atmosphäre wurde leider durch im ganzen Ort herumstreunende Nazis gestört. „Hier führte an vielen Stellen das Polizeikonzept zu unschönen Konfrontationen, welche hätten vermieden werden können. Die Nazis durften die kleine Verbindungsstraße zwischen dem Friedensfest und „Rechts rockt nicht“ in beide Richtungen kreuzen. Das war eine Zumutung für alle an den Protesten beteiligten Menschen. Auch das Alkoholverbot bei dem Hassevent kann nicht konsequent umgesetzt worden sein. Die in der Stadt anzutreffenden Ewiggestrigen hatten in den meisten Fällen Bier-, Wein- oder Schnapsflaschen in der Hand und wirkten sehr oft schon angetrunken“, berichtet Irena Rudolph-Kokot für das Aktionsnetzwerk.

Mit in den Bussen des Netzwerks war auch Monika Lazar, MdB aus Leipzig: „Ich bin mit »Leipzig nimmt Platz« gern nach Ostritz gefahren. Es ist wichtig, die Zivilgesellschaft im ländlichen Raum zu unterstützen. Und wir waren zum Glück viele, die den Nazis gezeigt haben, dass sie nicht willkommen sind, weder in Ostritz noch anderswo.“

„Ein besonderer Dank gilt allen Organisator*innen und Unterstützer*innen des breiten Protestes und natürlich allen, die mit uns in Ostritz waren. Es ist notwendig, uns auch in Zukunft aus unserer Wohlfühlzone herauszubegeben, um aktive Menschen im ländlichen Raum zu unterstützen“, schließt Anne Kämmerer von der Grünen Jugend.

Foto: Marco Stöckigt
Pressemitteilung: Leipzig, 22. April 2018