An die Novemberpogrome erinnern. Rechte Netzwerke bekämpfen.

Das Aktionsnetzwerk Leipzig nimmt Platz ruft zur Beteiligung an zwei Demonstrationen auf. Am 8. November, dem Vorabend des Höhepunktes der Novemberpogrome von 1938 wird 18:30 Uhr die Demonstration “Erinnern – Für eine offene Gesellschaft” am Ariowitschhaus starten. Am 9. November unterstützt das Aktionsnetzwerk die Proteste in Chemnitz gegen die Vereinnahmung durch “Pro Chemnitz”. Eine gemeinsame Zuganreise startet 14 Uhr am Hauptbahnhof Leipzig. Alle Leipziger*innen sind am 9. November zum Stolpersteine putzen eingeladen.

Am 9. November jähren sich in diesem Jahr zum 80. Mal die Novemberpogrome von 1938 und überall in der Republik wird der jüdischen Opfer des Nationalsozialismus gedacht. „Gerade in Zeiten, in denen rechte Parolen und Ideen massiv salonfähig gemacht werden und leider schon seit einiger Zeit eine Diskursverschiebung forciert wird, ist das Mahnen und Gedenken an diesen Tagen besonders wichtig. Deswegen rufen wir alle Leipzigerinnen und Leipziger auf, sich am 8. November an der Gedenkdemonstration “Erinnern – Für eine offene Gesellschaft” teilzunehmen. Sie startet 18.30 Uhr am Ariowitschhaus und verläuft, an Orten der Erinnerung entlang, bis zum Synagogendenkmal“, so Irena Rudolph-Kokot vom Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“.

Am 9. November schließen wir uns als Aktionsnetzwerk dem Aufruf des Erich-Zeigner-Haus e.V. zum Putzen der 480 Stolpersteine in Leipzig an. Dazu erklärt Henry Lewkowitz, Vorsitzender des Vereins: „In Zeiten von Diffamierungstendenzen einer Geschichtsaufarbeitung von NS-Verbrechen ist das mahnende Gedenken an die Opfer der nationalsozialistischen Diktatur insbesondere zum 80. Jahrestag der Novemberpogrome von 1938 ein wichtiges Zeichen, um aus der Vergangenheit zu lernen und heutigem Rechtsextremismus entgegenzuwirken. Deshalb lassen sie uns gemeinsam die Stolpersteine putzen und Mahnwachen an allen Verlegeorten abhalten!“

Das Aktionsnetzwerk wird 17:30 Uhr in der Funkenburgstraße 17 die Stolpersteine der Familie Rosenzweig putzen und gedenken. Dazu laden wir alle Interessierten herzlich ein.

Auch wenn in Leipzig das Erinnern friedlich verläuft, so ist es an manchen Orten in Sachsen nicht der Fall, wo man sogar um das Gedenken kämpfen muss. „Es ist bezeichnend, dass die extrem rechte Vereinigung “Pro Chemnitz” auch an diesem Tag wieder auf die Straße gehen will, um gegen Menschen zu hetzen. “Pro Chemnitz” trägt maßgeblich zur Verbreitung von Hass in der Gesellschaft bei. Die Vielzahl rassistischer Übergriffe auf Menschen und Einrichtungen in Chemnitz sind deutliche Spuren dieses um sich greifenden Hasses. Dabei wirkt Chemnitz wie ein Schmelztiegel, wo neonazistische Hooligans, militante Neonazis und rassistische Bürgervereinigungen, die offen auf der Straße die Machtfrage stellen, ungestört nahtlos fließend ineinander gehen“, erklärt Jürgen Kasek, Rechtsanwalt und Aktivist.

Genau aus diesem Grund ist es unsere Aufgabe und Pflicht, an die Geschichte dieses Tages zu erinnern und denjenigen in den Arm zu fallen, die ihn ausgeholt haben, um Hass zu säen und Hetze zu verbreiten. Wir rufen auf, gemeinsam mit uns und vielen Menschen am 09. November nach Chemnitz zu fahren und dort den Protest gegen die rechten Aufmärsche zu unterstützen. Wir treffen uns 14:00 Uhr auf dem Hauptbahnhof Leipzig am Gleis 23.


Weitere Informationen auf Facebook:

Pressemitteilung: Leipzig, 7. November 2018

Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“ lädt zur Soliparty

Das Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“ lädt am 14. September ab 20:30 Uhr zur Party ins Werk 2 ein. Zuvor findet ab 19 Uhr auf der Sachsenbrücke eine Mahnwache der Initiative Seebrücke Leipzig statt. Der Verein Mission Lifeline ist als Begünstigter der Spenden des Brückenfestes 2017 an der Benefiz-Veranstaltung beteiligt.

Wir schreiben das Jahr 2018 und gesellschaftliche Debatten haben sich massiv nach rechts verschoben. Neben den pauschal kriminalisierten Geflüchteten trifft es seit einigen Monaten auch massiv private Seenotrettungsorganisationen. Retter*innen werden angeklagt, ihre Schiffe können entweder keine Häfen anlaufen oder werden an der erneuten Ausfahrt gehindert.

„Das wollen wir nicht tatenlos hinnehmen. Mit unserer Soli-Party am kommenden Freitag, den 14. September wollen wir daher Spenden für die wichtige Arbeit der Seenotretter*innen sammeln. Ab 20:30 Uhr laden wir alle Leipzigerinnen und Leipziger ins Werk2 ein, um für den guten Zweck zu feiern“, so Irena Rudolph-Kokot für das Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“.

Neben der Leipziger Punkband „Kulturtod“ gibt es Musik von und mit Le_go (DJ* LE), Höhlenkollektiv live mit Älmächtig und Filo & Eisman (HipHop LE), east german beauties (Punk-Techno LE), Ravetology (Punk-Techno DD) und Stresserektion.

„Von den politisch Verantwortlichen in Europa fordern wir legale Fluchtwege. Diese beeinflussen nicht, ob Menschen fliehen, sie beeinflussen aber, ob sie lebend ankommen oder nicht. Menschen im Mittelmeer ertrinken zu lassen kann und darf niemals die Antwort auf den Rechtsruck der Gesellschaft sein“, betont Michael Neuhaus von der Linksjugend.

Abschließend erklärt Sophia Mlejnek von der Grünen Jugend: “Wir können und wollen nicht in Vergessenheit geraten lassen, dass aufgrund der inhumanen europäischen Politik noch immer täglich Menschen im Mittelmeer ertrinken. Es gilt mit allen Mitteln dafür zu sorgen, dass das Sterben endlich ein Ende hat. Deswegen unterstützen wir auch Seenotrettungsorganisationen, die eine so unglaublich wichtige Arbeit machen. Wer mit uns diesen Freitag feiert, kann dabei helfen, das Retten von Menschenleben finanziell zu ermöglichen. Wenn Horst Seehofer bis Freitag zurücktritt, tanzen wir übrigens umso mehr!”

Pressemitteilung: Leipzig, 12. September 2018

Gegen den Hass: Brückenfest setzt zum vierten Mal Zeichen für Toleranz, Weltoffenheit und demokratische Werte.

Während Sachsen wieder einmal in den Negativschlagzeilen ist, setzt das Brückenfest am Wochenende ein Zeichen für Toleranz, Weltoffenheit und demokratische Werte.

„Es gibt in Sachsen und Leipzig unzählige Menschen, die sich für Menschen mit Migrationsgeschichte engagieren, die Integration gestalten und die das Ankommen in Leipzig erleichtern – sie zeigen Mut und Engagement gegen den Hass. Dass Sachsen inzwischen nur noch mit negativen Schlagzeilen auffällt, ist desaströs. Statt Haltung zu zeigen, die demokratischen Werte zu verteidigen und Menschen willkommen zu heißen, dominieren der Hass und rechte Angstmacher*innen bis weit in die Landesregierung hinein. Wir setzen am Samstag ein Zeichen für ein anderes Sachsen“, so Christin Melcher für das Brückenfest-Organisationsteam.

Das Brückenfest fand zum ersten Mal im Sommer 2015 statt. „Leipzig nimmt Platz“ will jene zusammenbringen, die seit Jahren Teilhabe und Integration in Leipzig gestalten und jene, die aus Krieg und Elend geflohen sind. „Viele Menschen in Leipzig haben sich im Sommer 2015 engagiert, Spenden gesammelt, Deutschkurse organisiert oder bei der Wohnungssuche geholfen. Viele von ihnen tun dies weiterhin unverdrossen. Wir wollen mit dem Brückenfest den Blick auf die Menschen richten, die gestalten, unterstützen und Teilhabe ermöglichen, nicht auf jene, die schreien, Hass sähen und hetzen. Wie dringend solche Feste gegen den Hass sind, hat nicht zuletzt die vergangene Woche in Sachsen gezeigt“, so Irena Rudolph-Kokot, Mitorganisatorin des Brückenfestes abschließend.

Das Brückenfest findet am Samstag, den 25. August ab 14 Uhr zum vierten Mal auf der Leipziger Sachsenbrücke statt.

Wer das Fest noch unterstützen möchte, kann sich unter https://platznehmen.de/mitmachen anmelden. Wir freuen uns über jede helfende Hand.

Weitere Informationen sind zu finden unter:
http://brueckenfest.platznehmen.de/
https://www.facebook.com/Brueckenfest4.0/

Pressemitteilung: Leipzig, den 23.8.2018

Seenotrettung ist kein Verbrechen – setzt ein Signal der Menschlichkeit!

Das Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“ ruft zur Seebrücke-Demonstration auf

Derzeit ertrinken tausende Menschen im Mittelmeer auf der Flucht. Warum? Weil die Seenotrettungsschiffe, Boote und Flugzeuge der Hilfsorganisationen festgesetzt wurden und nicht retten dürfen. Zudem soll am Kapitän der „Mission Lifeline“ wegen angeblich formaler Verstöße ein juristisch fragwürdiges Exempel statuiert werden. Hierbei handelt es sich jedoch lediglich um einen Vorwand zum Zweck einer politischen Kampagne der Abschreckung.

Vorangegangen war der Anklage eine tagelange Odyssee des Rettungsschiffes „Mission Lifeline“, welches im Juni mit 230 geretteten und zum Teil auf medizinische Hilfe angewiesenen Menschen an Bord tagelang auf dem Meer herumirren musste. Kein Hafen wollte sie aufnehmen. Vor allem die neue italienische Regierung fährt einen harten Kurs. Erst nach sechs Tagen war Malta bereit das Schiff anlegen zu lassen, setzte daraufhin allerdings Schiff samt Kapitän fest.

„Nachweislich sind seit Anfang des Jahres bis zum Juni schon 1400 Menschen im Massengrab Mittelmeer ertrunken. Seit Juni steigen diese Zahlen weiter an. Das ist barbarisch! Es darf nicht sein, dass Regierungen Menschenleben, um einer Abschreckung willen, leichtfertig aufs Spiel setzen. Es ist nicht hinnehmbar, dass wir Menschen vor den Küsten Europas einfach ertrinken lassen. Sie fliehen vor Krieg, Hunger, Perspektivlosigkeit und Vertreibung und es ist unsere verdammte Pflicht, ihnen zu helfen. Sie alle haben das Recht, ein ordentliches Asylverfahren inklusive des Rechts auf einen Rechtsbeistand“, erklärt Irena Rudolph-Kokot für das Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“.

„Wir brauchen endlich legale Fluchtwege nach Europa. So lange es diese nicht gibt, ist die Arbeit der Seenotretter*innen überlebensnotwendig. Mehrere Tausend Menschen mussten bereits auf der Flucht im Mittelmeer ihr Leben lassen. Es liegt in unserer Verantwortung, dass nicht noch mehr Menschen sterben. Die Europäische Union darf Länder wie Italien, Spanien und Griechenland mit den vielen Schutzsuchenden nicht alleine lassen. Wir fordern endlich Solidarität in Aktion und nicht nur als Lippenbekenntnis. Der Bundesinnenminister darf die Aufnahme von Geflüchtete durch Bundesländer und Städte, die Verantwortung übernehmen möchten, nicht länger abweisen“, so Anne Kämmerer von der Grünen Jugend.

Einige Bundesländer und Städte sowie Spanien mit der Bereitschaft der Aufnahme der „Aquarius“ haben ein Zeichen der Humanität gesetzt und gezeigt, wie verantwortliches Handeln im Sinne der Menschlichkeit geht.

Wir fordern deshalb alle politischen Verantwortlichen auf:

  • sich für die Hilfsorganisationen und deren engagierte Arbeit einzusetzen und diese direkt zu unterstützen
  • deutlich klarzustellen, dass Seenotrettung kein Verbrechen, sondern eine humanitäre und hoch anzuerkennende Leistung ist
  • die Arbeit an einer Einigung um sichere Fluchtwege voranzubringen und die europäische staatliche Seenotrettung auszubauen
  • eine Festung Europa nach den Vorstellungen reaktionärer Kräfte zu verhindern.

Für Leipzig fordern wir, die Bürger*innen dieser Stadt: Wir wollen der sichere Hafen sein. Kommt am 4. August, 16 Uhr zur Demonstration der „Seebrücke Leipzig“ zum Bundesverwaltungsgericht und zeigt euch solidarisch!

Flucht ist kein Verbrechen!
Menschen aus Seenot zu retten ist humanitäre Pflicht!
Lasst uns die Humanität retten!

Weitere Informationen:
https://www.facebook.com/seebrueckeleipzig/
https://www.facebook.com/events/419094355267638/

Pressemitteilung: Leipzig, 1. August 2018
Grafik: Initiative »Leipziger Seebrücke – Schafft sichere Häfen«

Forum auf dem Brückenfest soll Lust auf das Sprachenlernen wecken

Die Organisator*innen des Brückenfestes haben sich ein besonderes Angebot überlegt – ein Sprachenforum. Dazu erläutert Helga Arnhard vom Netzwerk Intergration-Migrant*innen in Leipzig e.V.: „Einen Fremden verstehen, nach seinem Namen fragen und woher er kommt, das geht sicher leicht. Aber, wenn man mehr wissen möchte, warum er hier ist, welchen Beruf er hat, was er aus der Heimat vermisst, welche Wünsche und Träume er hat, dazu braucht man Sprachkenntnisse. Nutzen Sie die Chance, in eine andere Sprache hinein zu schnuppern. Auf dem vor Ort dann aufgestellten Stundenplan sehen Sie, wann die gewünschte Sprache angeboten wird.“ Auf jeden Fall sind Russisch, Arabisch, Chinesisch, Spanisch, Ukrainisch und Armenisch in Planung.

„Wir freuen uns über schon mehr als 60 Standanmeldungen von Vereinen, Initiativen, Gewerkschaften, Kirchenorganisationen und Parteien. Besonders freut uns die inhaltliche und kulturelle Vielfalt der Beteiligten. Es wird für die Besucher*innen auf jeden Fall in jeglicher Hinsicht abwechslungsreich“, so Irena Rudolph-Kokot, Mitorganisatorin des Brückenfestes.

Henry Lewkowitz, Geschäftsführender 2. Vorsitzender des Erich-Zeigner-Haus e.V. erklärt zur Motivation am Fest teilzunehmen: „Wir nehmen als Erich-Zeigner-Haus e.V. am diesjährigen Brückenfest gern wieder teil, weil es eine sehr gute Möglichkeit ist, zusammen mit vielen anderen Akteuren aus der Zivilgesellschaft ein Zeichen für Demokratie, Toleranz und Zivilcourage im öffentlichen Raum zu setzen.“

Das Brückenfest findet am 25.08.2018, von 14 bis 22 Uhr, auf der Sachsenbrücke statt.

Pressemitteilung: Leipzig, den 27.7.2018

PM: Das Leipziger Brückenfest sucht Unterstützung

Am 25. August wird das Brückenfest zum vierten Mal auf der Sachsenbrücke im Clara-Zetkin-Park stattfinden. Das Organisationsteam sucht wie auch schon den letzten Jahren helfende Hände, um die Veranstaltung zu stemmen, die Menschen aus anderen Ländern und gestandene Leipzigerinnen und Leipziger zusammenzubringen soll. Zum ersten Mal konnte ein zweisprachiges Onlineformular eingerichtet werden unter https://platznehmen.de/mitmachen und https://platznehmen.de/support (englisch).

Die Intention des Leipziger Brückenfestes erscheint aktueller denn je. Die beteiligten Vereine und Initiativen haben das Motto „ankommen. platznehmen. mitgestalten.“ gewählt. Damit soll eine gleichgestellte Stadtgesellschaft gefördert werden, die ausdrücklich die Menschen einbezieht, die nach einer oft lebensgefährlichen Flucht in Leipzig angekommen sind. Erst am vergangenen Sonnabend hatten sich mehr als 600 Menschen zusammengefunden, um gegen die Kriminalisierung von Seenotrettung zu protestieren. Davon betroffen ist neben anderen NGOs die Dresdner Initiative „Mission Lifeline“, für die beim letzten Brückenfest Spenden für 300 dringend benötigte Schwimmwesten gesammelt werden konnten.

In den Jahren seit 2015 hatte das ehrenamtlich organisierte Brückenfest jeweils tausende Menschen bei Musik, Diskussionen, Spielen und kulinarischen Leckereien zusammengebracht. Das Aktionsnetzwerk »Leipzig nimmt Platz« übt gemeinsam mit der Kulturfabrik Werk 2, dem Netzwerk Integration – Migrant*innen in Leipzig, der Moritzbastei und dem Leipzig. Courage zeigen e.V. den Brückenschlag zu all den Menschen, die ausgrenzt werden. Das Brückenfest wird gefördert durch das vom Stadtrat Leipzig beschlossene Jahr der Demokratie 2018: “Du. Wir. Leipzig.”

Pressemitteilung: Leipzig, den 13.7.2018

PM: Leipziger Erklärung 2018 – Zeit für Zivilcourage

Im Anschluss an die Strategiekonferenz “Wir müssen uns entscheiden. Für eine solidarische Zukunft!” veröffentlicht das Netzwerk Leipzig nimmt Platz! am 1. Juni 2018 die Leipziger Erklärung 2018. Diese wird von über 50 prominenten Erstunterzeichnenden aus Politik und Zivilgesellschaft getragen. Bei der Konferenz, die Anfang April in Leipzig stattfand, versammelten sich 150 Teilnehmende um zivilgesellschaftliche Strategie gegen ein Erstarken der Neuen Rechten und den Rechtsruck im Anschluss an die Bundestagswahl 2017 zu entwickeln.

„Die Neue Rechte hat den Weg in das bundesdeutsche Parlament geschafft und gibt damit sämtlichen neonazistischen, rassistischen und antidemokratischen Strömungen Rückenwind. Dies stellt alle, die sich mit der aktuellen Entwicklung nicht abfinden wollen, vor neue Aufgaben – vor allem vor die Aufgabe, mit einem breiten gesellschaftlichen Konsens für eine solidarische Gesellschaft den Rechten und ihrer Hetze den Boden zu entziehen.

Wir wollen einen Zusammenschluss aller demokratischen Akteure der Zivilgesellschaft, die sich gegen den Rechtsruck und die antidemokratischen Entwicklungen in unserer Gesellschaft stellen. Und wir wollen mit allen gemeinsam, die unsere formulierten Ziele teilen, Probleme in der Stadtgesellschaft solidarisch lösen“, erklärt Irena Rudolph-Kokot für das Aktionsnetzwerk.

“Mit dem immer stärkeren Rechtsruck und der wachsenden Präsenz von Neuen Rechten in unterschiedlichen gesellschaftlichen Feldern stehen wir vor weiteren Herausforderungen. Die neue Leipziger Erklärung macht deutlich, dass das Netzwerk als gestalterische Akteurin hin zu einer solidarischen Stadtgesellschaft aktiv wird. Das ist notwendig, weil die antidemokratischen, sexistischen, antisemitischen und rassistischen Entwicklungen eng mit der Frage verbunden sind, in welcher Gesellschaft wir leben wollen. Wir alle stehen für eine offene und solidarische Gesellschaft, in der jegliches menschenverachtendes Gedankengut keinen Platz findet”, so Stina Rückert von Prisma Leipzig.

“Selbstverständlich bleibt das Netzwerk die Plattform zur Vernetzung des Protestes gegen neonazistische und andere antidemokratische Aufmärsche in unserer Stadt. Diese werden auch weiterhin auf breiten Widerstand in der Stadtgesellschaft stoßen”, schließt Anne Kämmerer, Vertreterin der Grünen Jugend im Aktionsnetzwerk.

Alle Menschen, welche die in der Leipziger Erklärung formulierten Ziele teilen, sind eingeladen, den Aufruf mitzuzeichnen: https://platznehmen.de/mitzeichnen2018/

Pressemitteilung: Leipzig, den 1. Juni 2018

Demokratie mitgestalten: Am 25. August findet zum vierten Mal das Brückenfest unter dem Motto „ankommen. platznehmen. mitgestalten.“ statt.

Mit dem 4. Brückenfest auf der Sachsenbrücke am 25.August 2018 will das Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“ gemeinsam mit dem Netzwerk Integration- Migrant*innen in Leipzig, der Moritzbastei, dem Werk 2- Kulturfabrik e.V. und dem Leipzig. Courage zeigen e.V. alle Leipzigerinnen und Leipziger Demokratie gestalten. „In Zeiten, in denen der gesellschaftliche Zusammenhalt wieder in Gefahr ist, wollen wir aktiv die Mitgestaltung aller in unserer Stadt unterstützen. Demokratie leben, Gesellschaft mitgestalten, das ist die Grundlage für unser Zusammenleben“, so Christin Melcher für die Organisator*innen des Brückenfestes.

„Gerade im Jahr der Demokratie rücken in Leipzig die Mitgestaltung und Mitbestimmung etwas mehr in den Fokus. Wir wollen zeigen, wie Menschen sich einbringen können aber auch darauf aufmerksam machen, dass unsere Gesellschaft immer noch von vielfältiger Ausgrenzung – ökonomischer, rassistischer, sozialer, bildungsständischer – geprägt ist. Diese gilt es zu überwinden und wir wollen einen kleinen Beitrag dazu leisten“, erklärt Irena Rudolph-Kokot vom Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“.

Die Organisator*innen freuen sich über die Förderung der Stadt Leipzig im Rahmen des Jahres für Demokratie. „Wir machen uns in diesem Jahr auf den Weg das Brückenfest noch nachhaltiger und integrativer zu gestalten. Wir wollen gemeinsam unsere Stadt mitgestalten“ bekräftigen die Organisator*innen Christin Melcher und Irena Rudolph-Kokot.

Mit dem ersten Brückenfest im September 2015 gelang es viele Geflüchtete mit schon länger in unserer Stadt lebenden Menschen, mit und ohne Migrationsgeschichte, zusammenzubringen und sich kennenzulernen. Beim Brückenfest 2016 lag das Augenmerk auf die vielen rassistischen Übergriffe – nicht nur, aber vor allem in Sachsen stattfanden. Das Fest als zivilgesellschaftlicher Widerspruch zu den rassistischen Entwicklungen hat gelebte Solidarität, Offenheit und Toleranz das Miteinander in unserer Stadt verbessern und bereichern. Im vergangen Jahr ging es um die Teilhabemöglichkeiten am gesellschaftlichen und politischen Leben.

Das Brückenfest will zum vierten Mal durch das Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“ in Kooperation mit dem Werk 2, dem Netzwerk Integration und neuen Partner*innen wie der Moritzbastei und dem Leipzig. Courage zeigen e.V. den Brückenschlag zu all den Menschen, die von Alltag gewordenem Rassismus betroffen sind, üben.

Pressemitteilung: Leipzig, den 30.5.2018

Vielfalt und Solidarität stellen sich Einfalt und Hass

Das Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“ protestierte am Samstag gemeinsam mit 1500 Menschen gegen das Nazi-Festival in der ostsächsischen Kleinstadt Ostritz. Der vielfältige Protest verteilte sich in der Stadt auf der Lederwerkwiese bei „Rechts rockt nicht“ und beim Friedensfest auf dem Markt, welche durch eine kleine Straße miteinander verbunden sind.

Die entspannte Atmosphäre wurde leider durch im ganzen Ort herumstreunende Nazis gestört. „Hier führte an vielen Stellen das Polizeikonzept zu unschönen Konfrontationen, welche hätten vermieden werden können. Die Nazis durften die kleine Verbindungsstraße zwischen dem Friedensfest und „Rechts rockt nicht“ in beide Richtungen kreuzen. Das war eine Zumutung für alle an den Protesten beteiligten Menschen. Auch das Alkoholverbot bei dem Hassevent kann nicht konsequent umgesetzt worden sein. Die in der Stadt anzutreffenden Ewiggestrigen hatten in den meisten Fällen Bier-, Wein- oder Schnapsflaschen in der Hand und wirkten sehr oft schon angetrunken“, berichtet Irena Rudolph-Kokot für das Aktionsnetzwerk.

Mit in den Bussen des Netzwerks war auch Monika Lazar, MdB aus Leipzig: „Ich bin mit »Leipzig nimmt Platz« gern nach Ostritz gefahren. Es ist wichtig, die Zivilgesellschaft im ländlichen Raum zu unterstützen. Und wir waren zum Glück viele, die den Nazis gezeigt haben, dass sie nicht willkommen sind, weder in Ostritz noch anderswo.“

„Ein besonderer Dank gilt allen Organisator*innen und Unterstützer*innen des breiten Protestes und natürlich allen, die mit uns in Ostritz waren. Es ist notwendig, uns auch in Zukunft aus unserer Wohlfühlzone herauszubegeben, um aktive Menschen im ländlichen Raum zu unterstützen“, schließt Anne Kämmerer von der Grünen Jugend.

Foto: Marco Stöckigt
Pressemitteilung: Leipzig, 22. April 2018

Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“ fährt Bus

Am 21. April fährt das Aktionsnetzwerk mit Reisebussen und Pkw ins ostsächsische Ostritz zur Unterstützung der Proteste gegen das Nazi-Festival „Schild und Schwert“.

„Wir wollen die Zivilgesellschaft vor Ort unterstützen und uns an den beiden Veranstaltungen beteiligen. Wir fahren gemeinsam mit Gewerkschafter*innen, Kirchenvertreter*innen, Mitgliedern von Parteien, deren Jugendorganisationen und vielen Menschen, die das Treiben der Nazis und ihre rückwärtsgewandte Ideologie nicht unwidersprochen lassen wollen. Am 21. April werden Menschen, die sich in der Ablehnung des Gedankengutes der NS-Zeit einig sind, die öffentlichen Plätze in Ostritz zum Raum für demokratische Vielfalt machen“, so Irena Rudolph-Kokot vom Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“, „ob bei Rechts rockt nicht oder beim Friedensfest – uns ist es wichtig, dass möglichst viele Menschen an den demokratischen Veranstaltungen in Ostritz teilnehmen.“

„Wir sind gut vorbereitet. Uns begleiten Mandatsträger*innen verschiedener Parteien und Anwält*innen. Auch Absprachen mit den Behörden vor Ort haben stattgefunden, sodass wir auf eine entspannte Anreise und einen lauten Protesttag in schönstem Sonnenschein hoffen“, schließt Anne Kämmerer von der Grünen Jugend.

Die Abfahrt ist 8:15 Uhr in der Goethestraße (bisheriger Busbahnhof). Einige wenige Tickets sind noch in der Buchhandlung „el libro“ (Bornaische Str. 3d) sowie im Gemischtwarenladen „Bambule“ (Demmeringstr. 32) erhältlich.

[Update: 19. April 2018] Die Bustickets nach Ostritz sind alle verkauft.


Weitere Informationen gibt es unter:
https://platznehmen.de/ostritz

Link zur Veranstaltung der gemeinsamen Busanreise:
https://www.facebook.com/events/1439649162828662/

Pressemitteilung: Leipzig, 18. April 2018
Bildquelle: Widarsihtīg