Offener Brief an die Abgeordneten von SPD und BSW im Sächsischen Landtag

Unsere PM ist hier dokumentiert

Leipzig, 18. Juni 2026

Pressemitteilung des Aktionsnetzwerks „Leipzig nimmt Platz“

Landesregierung plant Frontalangriff auf die Bürger:innenrechte

Das Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“ wendet sich mit einem offenen
Brief an die sächsischen Landtagsabgeordneten von SPD und BSW und
fordert Sie auf, dem Gesetzentwurf zur Änderung des Polizeigesetzes in
seiner aktuell geplanten Form nicht zuzustimmen.

Dazu erklärt Daniel Büchner: „Der Entwurf führt zu einem massiven Ausbau der polizeilichen Befugnisse, ohne die tatsächliche Notwendigkeit auch
nur ansatzweise belegen zu können. Für eine kritische Zivilgesellschaft
ist der Entwurf daher ein unverhältnismäßiges Überwachungspaket, das von einem tiefen   » weiterlesen…

Platznehmen in Schnellroda – gegen das Fascho-Sommerfest! Antifa-Busreisen macht’s möglich.

Zu den Tickets

Am 11. Juli treffen sich erneut bis zu 600 völkische Aktivist*innen, Burschenschafter, AfD-Funktionär*innen, Vertreter*innen der sogenannten Neuen Rechten, Faschist*innen und Nazis im sachsen-anhaltischen Schnellroda. Anlass ist das alljährliche Sommerfest des rechtsextremen Antaios-Verlags.

Veranstalter des Treffens ist Götz Kubitschek, einer der zentralen Vordenker der Neuen Rechten und langjähriger Knotenpunkt extrem rechter Netzwerke. Das Sommerfest dient nicht nur dem geselligen Beisammensein, sondern vor allem der Vernetzung, der ideologischen Schulung und der strategischen Ausrichtung der extremen Rechten. 

Als Gäste angekündigt sind nach Angaben der Initiative „IfS dichtmachen“ unter anderem Fabian Kutzki, Maximilian Märkl und Aron   » weiterlesen…

Gegen den Aufmarsch der Vergangenheit – für eine solidarische Zukunft

Der 1. Mai ist traditionell der Kampf- und Feiertag der Arbeiter*innen. Gerade in der aktuellen Zeit ist es an diesem Tag nötiger denn je, auf die Straße zu gehen. Denn unter dem Eindruck einer sich verschlechternden Wirtschaftslage und der Überalterung der Gesellschaft wird dem Sozialstaat der Kampf angesagt. Die Antwort der Bundesregierung und auch vermeintlich progressiver Parteien ist die dauernde Erzählung einer Abwärtskaskade und die Abwertung von Menschengruppen.

Erst im Januar forderte der einstige BlackRock-Funktionär Friedrich Merz die Abschaffung des 8-Stunden-Tages. In der CDU wird über „Lifestyle-Teilzeit“ polemisiert und gefordert, dass der erste Krankheitstag unbezahlt bleiben soll. Der Wirtschaftsrat der CDU fordert, dass Zahnarztbesuche selbst gezahlt werden sollten. Arbeitslose sollen mit immer härteren Sanktionen belegt werden, die gesetzliche Rente nur noch „Basisabsicherung“ sein – und auch das Streikrecht würden Teile der Union gern weitgehend einschränken. Neuester Clou ist die Diskussion um eine Aufweichung des Kündigungsschutzes.

Unter diesem Eindruck sozialer Grausamkeiten, der durch ständige Wiederholung und behauptete Alternativlosigkeit gefestigt wird, entsteht am rechten Rand in bekannter Weise ein weiteres Feindbild – ein Sündenbock.
Während also die vom Neoliberalismus geprägten Parteien der sogenannten bürgerlichen Mitte den Arbeiter*innen den Kampf ansagen und die ohnehin schon Benachteiligten zu Schuldigen erklären, wird diese Erzählung am rechten Rand um den Nationalismus ergänzt. In der Verklärung einer untergegangenen und mörderischen Vergangenheit soll das vermeintlich „deutsche Volk“ geschützt werden. Statt strukturelle Fragen offensiv zu stellen und die Ausbeutung im Kapitalismus zu hinterfragen, wird die Abwertung von der CDU bis hin zur AfD betrieben, während der „Dritte Weg“ in der Traditionslinie des Nationalsozialismus einen deutschen, nationalen Sozialismus predigt.

Das Leistungsparadigma und die Verwertung des Menschen werden dabei nicht aufgebrochen, sondern durch eine nationalistische Konnotation ergänzt, die den Ausgebeuteten einfache Feindbilder liefert. Globalisierung wird zur Chiffre, die in strukturellem Antisemitismus verkürzt wird – und „Ausländer“ werden als Bedrohung des heimischen Humankapitals dargestellt.

Dass auch im Nationalsozialismus eine enge Verbindung zwischen Ausbeutung und Staat bestand und Arbeiter*innen dort ebenfalls die Ausgebeuteten waren, während Staat und Kapital profitierten, wird dabei bewusst ausgeblendet. Nicht die Systemfrage wird gestellt, sondern ein Nationalismus beschworen, der letztlich den Kampf aller gegen alle propagiert – ohne Umverteilung, ohne Gerechtigkeit.

Vor diesem Hintergrund müssen auch wir uns ehrlich machen. Wenn wir die Angriffe auf soziale Rechte nicht nur verwalten, sondern zurückdrängen wollen, dann braucht es mehr als Abwehr. Es braucht den Bruch mit einer Politik, die Ausbeutung organisiert und legitimiert. Es braucht eine klare Antwort von links – solidarisch, internationalistisch und entschlossen.

Wir sagen: Nicht die Schwächsten sind das Problem, sondern ein System, das auf Konkurrenz, Verwertung und Ungleichheit basiert. Unsere Antwort darauf ist nicht Anpassung, sondern Widerstand. Nicht Spaltung, sondern Solidarität. Nicht Standortlogik, sondern die Perspektive einer Gesellschaft, in der Bedürfnisse zählen und nicht Profite.

Und deshalb stellen wir uns auch denen entgegen, die versuchen, soziale Fragen nationalistisch zu verdrehen. Der sogenannte „Dritte Weg“ steht nicht für eine Alternative, sondern für die brutalste Form von Ausgrenzung, Autoritarismus und Gewalt. Wer hier marschiert, knüpft bewusst an die Verbrechen des Nationalsozialismus an. Dem setzen wir unseren gemeinsamen Widerstand entgegen. Klar, laut und unmissverständlich.

Für eine Gesellschaft jenseits von Ausbeutung und Unterdrückung.
Für Solidarität statt Spaltung.
Und gegen jeden faschistischen Aufmarsch.

PM: Leipziger Erklärung 2026

Pressemitteilung des Aktionsnetzwerks „Leipzig nimmt Platz“

Leipziger Erklärung 2026

In den vergangenen Monaten ist in engem Austausch mit zahlreichen Netzwerkpartner:innen eine überarbeitete Leipziger Erklärung 2026 entstanden. Sie knüpft an die Erklärung von 2018 an und entwickelt sie vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher Dynamiken weiter.

Dazu erklärt Irena Rudolph-Kokot für das Aktionsnetzwerk:   „Autoritäre Kräfte haben sich in Europa und weltweit ausgebreitet. Damit einher geht ein Neuerstarken des Nationalismus und die Abwertung marginalisierter Gruppen. In den vergangenen Jahren ist es leider nicht gelungen, den Vormarsch rechter radikaler Kräfte zu stoppen – auch, weil von demokratischer Seite versäumt wurde, klare Grenzen zu ziehen und eine Zusammenarbeit zwischen zivilgesellschaftlichen, progressiven und radikal-emanzipatorischen Kräften zu gestalten.“

„`Leipzig nimmt Platz`versteht sich als breites zivilgesellschaftliches Netzwerk für alle, die unsere Ziele teilen. Es bietet eine Plattform für vielfältige Initiativen, die die Herausforderungen der Gesellschaft solidarisch angehen und menschenfeindlichen sowie autoritären Tendenzen entgegentreten. Das Netzwerk „Leipzig nimmt Platz“ steht für gewaltfreie, aber entschlossene Aktionen, um menschenfeindliche Aufmärsche und Aktivitäten zu verhindern. Zugleich setzen wir eigene Schwerpunkte gegen die autoritären Entwicklungen. Zwar haben wir in Leipzig in den letzten Jahren gemeinsam mit euch erfolgreich „Platz genommen“, wenn Rechtsextreme zu Aufmärschen aufgerufen haben. Gleichzeitig sehen auch wir, dass autoritäre und nationalistische Positionen dennoch an Sichtbarkeit und Einfluss gewonnen haben.“

Die neue Erklärung formuliert, was bei uns bereits im vergangenen Jahr zunehmend gelebte Praxis geworden ist: die Beteiligung an tragfähigen Bündnissen sowie ein klares, gemeinsames Auftreten gegen autoritäre Tendenzen und wir verstehen sie als gemeinsamen Bezugspunkt für zivilgesellschaftliches Engagement in Leipzig – über unterschiedliche Hintergründe hinweg.

Erstunterzeichnende zu finden unter: https://platznehmen.de/leipziger-erklaerung/

Wir freuen uns, wenn auch weitere Organisationen und Einzelpersonen die Erklärung unter https://platznehmen.de/leipziger-erklaerung/#selber-zeichnen mitzeichnen.

Offener Brief an den Innenminister und dem Polizeipräsidenten Dresdens

Update: Wie versprochen haben wir dem Polizeipräsidenten am 25.03.2026 geantwortet

Sehr geehrter Herr Polizeipräsident,

vielen Dank für Ihre Antwort auf unseren offenen Brief. Wir lasen sie mit großem Interesse – insbesondere, weil darin eine bemerkenswerte Leistung zu erkennen ist: Sie beantworten keine einzige unserer Fragen. Ihre Antwort ist formal freundlich, inhaltlich leer und strategisch ausweichend oder anders zusammengefasst: „Wir haben alles richtig gemacht, Details besprechen wir nicht öffentlich.“  Das verdient Anerkennung. Immerhin formulieren Sie eine Antwort und zeigen damit zumindest die Bereitschaft Kritik entgegenzunehmen. Dies wiederum ist etwas, was Ihr Dienstherr, der zuständige Innenminister, nicht für notwendig erachtet. Offenbar sind dort Bürgeranfragen generell nicht zur Beantwortung vorgesehen. 

Wir schilderten   » weiterlesen…

#unkürzbar am 28.03.2026 14 Uhr auf dem Augustusplatz

Pressemitteilung des Bündnisses #unkürzbar Leipzig (13.03.2026)

Bündnis für soziale Gerechtigkeit und Klimaschutz – gegen Kürzungen, Sozialabbau und Hass 

Auf Initiative des DGB Leipzig-Nordsachen, des Aktionsnetzwerks „Leipzig nimmt Platz“, des Projektbüros linXXnet und der Parteien Die Linke Leipzig sowie Bündnis 90/Die Grünen Kreisverband Leipzig hat sich ein breites Bündnis für soziale Gerechtigkeit und Klimaschutz – gegen Kürzungen, Sozialabbau und Hass in Leipzig gegründet und ruft dazu auf, am 28. März 2026 um 14 Uhr in Leipzig auf die Straße zu gehen.

Dazu erklärt Manuela Grimm, Gewerkschaftssekretärin des DGB Leipzig-Nordsachsen: „Die Bundesregierung legt gerade die Axt an unseren Sozialstaat! Mit der Abschaffung des 8-Stunden-Tages sollen wir arbeiten, bis   » weiterlesen…

Gegen Zensur und Autoritarismus

Demoaufruf zur Eröffnung der Buchmesse im Gewandhaus mit Kulturstaatsminister Wolfram Weimer

Der Kulturstaatsminister hat, gestützt auf den Verfassungsschutz, drei von einer Fachjury nominierte Buchhandlungen, namentlich „Zur schwankenden Weltkugel“ in Berlin, „The Golden Shop“ in Bremen und „Rote Straße“ in Göttingen, willkürlich von der Nominierungsliste gestrichen. Weder die Betroffenen noch die Jury erhielten eine Begründung. Ohne diese bleibt jede Gegenwehr unmöglich. Die Situation wirkt auf die Betroffenen wie ein absurdes, kafkaeskes Szenario.

Dass der Verfassungsschutz, eine Institution mit fragwürdiger demokratischer Legitimation, überhaupt Buchhandlungen observiert oder bewertet, scheint den Minister nicht zu stören. Stattdessen wird mit autoritären Methoden eine Agenda durchgesetzt,   » weiterlesen…

Rückblick zum feministischen Kampftag

Wir danken allen die mit uns auf der Straße waren und zum kreativen und kämpferischen Protest beigetragen haben. Im folgenden haben wir unsere Pressemitteilungen dokumentiert. Außerdem sind ein paar Impressionen von Johanna Baschke zu finden.

Pressemitteilung vom 05.03.2026

Hinaus zum feministischen Kampftag: Kein Schritt zurück – die Zeit zu kämpfen ist jetzt!

Das Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“ ruft als Teil des Bündnisses „8. März ist immer!“ zur Demonstration am feministischen Kampftag auf. Start ist am 8. März 2026, 14:30 Uhr auf dem Augustusplatz. Der Demonstrationszug führt dann durch die Innenstadt zur Zwischenkundgebung auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz und schließlich über die Karl-Liebknecht-Straße bis zur Abschlusskundgebung am Werk 2 – Kulturfabrik e.V.,   » weiterlesen…

Dresden – (k)eine Abrechnung

Unser Dank und unsere ungeteilte Solidarität gilt allen Menschen, die sich am 14. Februar dem alljährlichen Neonaziaufmarsch in Dresden entgegenstellten und vor allem denen, die dies schon viele Jahre tun und von der Mehrheit der Dresdner Stadtgesellschaft alleine gelassen werden. 

Trotzdem bedarf es einer kritischen Analyse, welche über die offenkundige Polizeigewalt und Grundrechtsverletzungen hinausgehen muss – über jene „Einzelfälle“, die von Behörden nur widerwillig und halbherzig thematisiert werden. Sie muss die Hintergründe freilegen, die Dresden zu dem machen, was es ist: ein Ort der Geschichtsverdrängung und der aktiven Ermöglichung rechtsextremer Hegemonie.

Dresden, du Opfer – oder: Erinnerung als Farce
Dresden ist kein Zufall. Es ist kein Zufall, dass die Stadt seit Jahrzehnten zum Aufmarschgebiet der extremen Rechten wurde. Es ist das Ergebnis einer Erinnerungspolitik, die Revisionismus betreibt und Betroffenheitskitsch zur Staatsräson erhebt. Diese Inszenierung verkennt Ursache und Wirkung: Der Vernichtungskrieg, den Deutschland begann, kehrte nach Dresden zurück – in eine Stadt, die als Rüstungs- und Verkehrsknotenpunkt zentral für die NS-Kriegsmaschinerie   » weiterlesen…

Räume für Träume – Equal Rights for All

Am 20.09.2025 findet die diesjährige Global Space Odyssey unter dem Motto „Räume für Träume – Reclaim the Streets“ statt.

Clubs und Spielstätten waren schon immer mehr als nur Orte für Musik und Tanz. Sie sind Räume der Befreiung, Laboratorien gesellschaftlicher Entwicklungen und Motor der LGBTI
Q+ Bewegung. Hier konnten schon immer Menschen frei sein – jenseits von Normierungsdruck, Leistungszwang und ökonomischer Verwertungslogik. In der Dunkelheit, getragen von der Liebe zur Musik, entstanden Räume, in denen Menschen einfach sie selbst sein konnten.

Doch diese Freiheit ist bedroht.

Im Zeitalter des postfaktischen Autoritarismus
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