Bühnenprogramm beim Brückenfest am 26. August: regional und zugleich multikulturell

Wie in den Vorjahren bietet das Brückenfest neben einem interkulturellen Angebot mit Infoständen, kulinarischen Angeboten, Kleinkunst und Diskussionsforen ein abwechslungsreiches musikalisches Programm.

Wir freuen uns besonders auf Jonathan Sebunya aus Uganda und Dolus Mutombo mit Geschichten aus dem Kongo, aus Südafrika und vom Rest der Welt. Mexikanische Folklore und Cumbia von Jaraneros de Saxonia sowie der mitreißende Sound der gut bekannten Klezmer Muskelkater wird das Publikum zum Tanzen bringen. Die Folkloregruppe Kalinka bietet russischen Wohlklang, und zu später Stunde wird Jacqueline Boom-Boom mitreißen. Bei der aus Brasilien über viele Stationen nach Leipzig gewanderten Künstler*in hat das Gender-Sternchen übrigens besondere Berechtigung, da „simply a being“ (die Selbstbezeichnung neben „it“) eine Zuweisung von Geschlechtsstereotypen vollständig ablehnt. Alle Genannten leben heute in und um Leipzig, nachdem sie ihre Jugend in den verschiedensten Gegenden der Welt verbracht haben.

„Das WERK 2 freut sich überaus, bereits zum dritten Mal das Brückenfest mitzugestalten und explizit an diesem Tag für ein tolles Bühnenprogramm zu sorgen. Dabei legen wir Wert auf Inhalte, auf die Präsentation regionaler Bands und Künstler*innen, die fernab des Mainstreams agieren. Wir freuen uns auf ein Fest, das im Zeichen des Austausches steht, das interessante Diskussionen offenbart, das für Vielfalt und Toleranz steht und auf das Kennenlernen vieler Menschen, die unsere Stadt bereichern, offen und bunt machen“, erklärt Antje Hamel vom WERK 2 – Kulturfabrik Leipzig e.V. abschließend.

Für die Moderation konnte wie schon im Vorjahr Erik Wolf, der Regionsgeschäftsführer DGB Leipzig/Nordsachsen, gewonnen werden.

Das Organisationsteam des Brückenfestes sucht weiterhin Unterstützung für die vielfältigen Aufgaben, die von Kinderschminken bis Ordnungsdienste anfallen: https://platznehmen.de/mitmachen/

Pressemitteilung: Leipzig, den 18. August 2017


Das Brückenfest wird gefördert durch die „Bundesweite Förderung lokaler Partnerschaften für Demokratie“. Die Spenden gehen an Mission Lifeline aus Dresden.

Brückenfest stößt auf großes Interesse: über 60 interkulturelle und zivilgesellschaftliche Initiativen nehmen teil. Oberbürgermeister hat Besuch zugesagt. Organisationsteam sucht noch Unterstützung.

Über 60 Stände von interkulturellen und zivilgesellschaftlichen Initiativen werden beim diesjährigen Brückenfest dabei sein und Teilhabe ermöglichen – rund 20 mehr als im vergangenen Jahr. „Wir freuen uns sehr, dass vor allem immer mehr interkulturelle und migrantische Vereine und Initiativen sich aktiv einbringen wollen. Es entspricht dem Motto unseres Festes – der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Neben Angeboten für Kinder, Informationen über die Tätigkeit der einzelnen Vereine, Initiativen und Gruppen, können sich die Besucher*innen auf internationale kulinarische und Kulturangebote freuen“, so Christin Melcher.

Auch das Line-up der großen Bühne ist fast fertig. „Das Geheimnis, welche Bands und Künstler*innen auftreten und Redner*innen sprechen werden, soll in den kommenden Wochen gelüftet werden. Über die verbindliche Zusage eines prominenten Redners und Unterstützers des Brückenfestes können wir uns aber schon jetzt freuen. Der Oberbürgermeister der Stadt Leipzig, Burkhard Jung, wird auf jeden Fall das Fest besuchen“, erklärt Irena Rudolph-Kokot.

Wie auch in den vergangenen Jahren werden für den 26. August Helfer*innen gesucht. Interessierte, die sich beim Fest an der Bühne, den Ständen oder anderweitig engagieren möchten, können sich im Internet unter https://platznehmen.de/mitmachen/ eintragen.

Zum ersten Mal wird es ein inhaltliches Forum auf dem Fest geben. An diesem vom Student*innenrat der Universität Leipzig organisierten Format werden sich die GEW, der SAY IT LOUD e. V., das Netzwerk Integration – Migrant*innen in Leipzig sowie das Netzwerk gegen Islamfeindlichkeit und Rassismus (NIR) mit Debattenbeiträgen beteiligen und die Besucher*innen zum Mitdiskutieren einladen.

Radio Corax aus Halle/S. hat einen Audio-Jingle (MP3, 1:52min) erstellt, der ausdrücklich öffentlich verwendet werden darf: https://platznehmen.de/share/Brueckenfest2017.mp3


Das Brückenfest findet am 26. August zum dritten Mal auf der Sachsenbrücke statt. Unter dem Motto „ankommen. platznehmen. teilhaben.“ veranstaltet das Aktionsnetzwerk Leipzig nimmt Platz gemeinsam mit Institutionen wie WERK 2, Student_innenRat der Universität Leipzig, Netzwerk für Integration, Say It Loud e.V. und der Stadt Leipzig das interkulturelle Fest. Das Brückenfest wird gefördert durch die „Bundesweite Förderung lokaler Partnerschaften für Demokratie“. Die Spenden gehen an Mission Lifeline aus Dresden.

Weiterführende Informationen finden Sie auf Facebook unter:
https://www.facebook.com/Brueckenfest3.0/
https://www.facebook.com/events/1352457868179073/

Spendenkonto für das Brückenfest:
Bon Courage e.V.
IBAN: DE66 8605 5592 1090 0633 90
BIC: WELADE8LXXX
Sparkasse Leipzig
Stichwort: Antirassismusprojekt Brücke

Pressemitteilung: Leipzig, den 1. August 2017

Sächsischer Verfassungsschutz korrigiert Fehler im Bericht 2015

In der Nacht vom 19. zum 20. Oktober 2015 wurden aus Dresden zurückkehrende Demonstrations­teilnehmer*innen bei NoPEGIDA im Hauptbahnhof Leipzig von LEGIDA-Anhänger*innen attackiert. Auf einem danach verbreiteten Video ist zu sehen, wie ein aggressiver Mann die Zurückkehrenden mit einem Messer bedroht. Weitere Personen sind mit Zaunslatten oder ähnlichen Gegenständen bewaffnet und setzen diese auch ein.

Trotz dieser offensichtlichen Beweise und einer Anzeige wurde am folgenden Tag die Meldung verbreitet, dass zurückkehrende PEGIDA-Anhänger*innen angegriffen worden seien. So wurde es auch im Bericht des Landesamtes für Verfassungsschutz Sachsen für das Jahr 2015 aufgegriffen, um eine vorgebliche Gewaltbereitschaft im Protest gegen Legida herauszustellen.

Am 10. April 2017 fand im Amtsgericht Leipzig die Verhandlung gegen die Person statt, die das Messer bei sich führte und andere Menschen bedrohte. Es handelt sich dabei um Kevin D., der bereits seit den 1990-er Jahren als Neonazi in Erscheinung trat und seitdem 15 Vorstrafen gesammelt hat. Das Gericht sah die Vorwürfe als erwiesen an und hat den Angeklagten in der ersten Instanz zu acht Monaten Freiheitsstrafe ohne Bewährung verurteilt. Damit ist klar, dass sich das Geschehen am 19./20. Oktober 2015 anders abgespielt hat als von den offiziellen Stellen vermeldet.

Nach der Gerichtsentscheidung wandten sich Vertreter*innen von „Leipzig nimmt Platz“ an den Präsidenten des Sächsischen Verfassungsschutzes Gordian Meyer-Plath, um eine Richtigstellung zu erreichen. Nun kam die Antwort, und der Verfassungsschutz räumte Fehler ein. Im Bericht wurde unter dem Kapitel „Subkulturell geprägte rechtsextremistische Szene“ auf Seite 153 folgender Satz ergänzt: „So wurden z. B. am 20. Oktober 2015 rückkehrende PEGIDA-Gegner am Leipziger Bahnhof tätlich angegriffen.“

„Wir begrüßen diesen ersten Schritt zu einer hoffentlich sich noch entwickelnden Fehlerkultur des Landesamtes für Verfassungsschutz Sachsen. Allerdings sehen wir nach wie vor die Existenz einer solchen, vom Parlament nur schwer kontrollierbaren, Behörde kritisch. Wie das Kapitel NSU zeigt, hat der VS auch Anteil am Erstarken von rechtsterroristischen Gruppen“, so Irena Rudolph-Kokot.

Die Lageberichte des Amtes dienen den Ordnungsbehörden regelmäßig als Grundlage von Gefahrenprognosen für angemeldete Demonstrationen. „Aus unserer Sicht erfüllt das Landesamt insbesondere mit diesen Berichten nicht die Aufgabe, die Verfassung und damit die Grundrechte zu schützen, sondern trägt massiv dazu bei, diese einzuschränken. Eine Diskussion, wie die Demokratie geschützt werden kann, auch vor diesem Verfassungsschutz, ist daher unumgänglich“, schließt Jürgen Kasek ab.

Pressemitteilung: Leipzig, den 27. Juli 2017

Auch in diesem Jahr wieder – ankommen.platznehmen.teilhaben.

Das Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“ ruft gemeinsam mit dem Student*innenrat der Universität Leipzig, dem Netzwerk Integration – Migrant*innen in Leipzig und dem Werk 2 – Kulturfabrik e.V. alle Leipzigerinnen und Leipziger zur Teilnahme an dem Brückenfest am 26. August 2017 auf der Sachsenbrücke auf.

Mit dem ersten Brückenfest im September 2015 gelang es viele Geflüchtete mit schon länger in unserer Stadt lebenden Menschen, mit und ohne Migrationsgeschichte, zusammenzubringen. Die Menschen konnten gemeinsam eine schöne Zeit verbringen, und sich kennenlernen. Anspruch war auch auf die Aktualität und Gefahr des Rassismus hinzuweisen. Beim letztjährigen Brückenfest 2.0 sollte das Augenmerk auf die vielen rassistischen Übergriffe vor allem in Sachsen gelenkt, sowie dieser Entwicklung Widerspruch entgegengesetzt und gezeigt werden, dass gelebte Solidarität, Offenheit und Toleranz das Miteinander in unserer Stadt verbessern und bereichern.

Teilhabe ist Menschenrecht. In einer Gesellschaft leben, heißt sie miterleben. In unserer Vorstellung ist diese geprägt von Offenheit, Solidarität, gegenseitigem Respekt und Anerkennung. Das erreichen wir nur, wenn alle gleichberechtigt mitgestalten können und mitentscheiden dürfen.

„Gerade im Bundestagswahljahr wird wieder deutlich werden, dass genau dieses Mitentscheiden nicht für alle hier lebenden Menschen möglich ist. Unsere Gesellschaft ist immer noch geprägt von vielfältiger Ausgrenzung – ökonomischer, rassistischer, sozialer, bildungsständischer. Diese gilt es zu überwinden und wir wollen einen kleinen Beitrag dazu leisten,“ erklärt Irena Rudolph-Kokot aus dem Organisationsteam des Festes.

„Wir freuen uns in diesem Jahr neben dem interkulturellen Angebot vieler Vereine mit Musik, Infoständen, Gastronomie, Kleinkunst und Spendensammlungen auf ein besonderes Diskussionsforum. Dies wird organisatorisch vom Student*innenrat der Universität Leipzig gestaltet und inhaltlich von den Teilnehmer*innen des Brückenfestes bespielt. Wir versprechen uns lebhafte Diskussionen rund um das Thema demokratische Teilhabe,“ so Paul Haller, Sprecher für Gleichstellung des Student*innenrates der Universität Leipzig, abschließend.

Weitere Informationen sind zu finden unter:
https://www.facebook.com/Brueckenfest3.0/
http://brueckenfest.platznehmen.de/

Pressemitteilung: Leipzig, den 22.05.2017

Erfolgreiche Blockaden am 1. Mai 2017 bei Halle gegen Rechts

Friedliche Sitzblockaden müssen auch in Leipzig straffrei sein: Das Aktionsnetzwerk reicht eine Petition im Stadtrat ein und klagt gegen die Verfahren vom 2. Mai 2016.

Am 1. Mai wurde in Halle/S. der Aufmarsch von ca. 400 Nazis der Partei „Die Rechte“ und der angeschlossenen „Antikapitalistischen Kollektive“ erfolgreich verhindert. Drei große Demonstrationszüge und klug positionierte Sitzblockaden machten die angemeldete Strecke für die Nazis unpassierbar. Die vorherzusehenden Gewaltausbrüche vonseiten der Nazis taten ihr Übriges, um den Tag der Arbeit nicht als nationalistische Machtdemonstration enden zu lassen. Das Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“ bedankt sich bei dem Bündnis für Zivilcourage „Halle gegen Rechts“ für die ausgezeichnete Organisation, bei allen Initiativen und Gruppen für ihre Beteiligung, aber vor allem bei den etwa fünftausend Menschen, die sich gestern aktiv gegen Nazis stellten.

Die Versammlungsbehörde in Halle/S. hatte auch zum Erfolg des Protestes beigetragen, indem sie spontane Versammlungsanmeldungen zuließ und auch zu friedlichen Sitzblockaden keine Berührungsängste zeigte. Das unterscheidet Halle/S. von Leipzig. Hier wurden vor fast genau einem Jahr im Nachgang einer Sitzblockade gegen Legida 163 Ordnungswidrigkeitsverfahren eröffnet, obwohl auch diese friedlich war und den Aufzug von Legida – leider – nicht stoppen konnte.

Das Aktionsnetzwerk hat deshalb eine Petition zur „Überprüfung der im Zusammenhang mit der Versammlung am 2. Mai 2016 verhängten Bußgeldbescheide“ beim Petitionsausschuss/Stadtrat eingereicht. Irena Rudolph-Kokot erklärt hierzu: „Es ist für die tausenden Menschen, die sich über zwei Jahre am Protest in Leipzig beteiligt haben, überhaupt nicht nachvollziehbar, dass ihr Protest immer wieder kriminalisiert wurde, die Stadt selbst sich aber mit dem zivilgesellschaftlichen Protest und dem Ende von Legida schmückt. Das Aktionsnetzwerk fordert die Einstellung der Verfahren nach dem Opportunitätsprinzip.“

Es gibt darüber hinaus erhebliche Zweifel an der Rechtmäßigkeit des damaligen Vorgehens der Versammlungsbehörde. Das Aktionsnetzwerk beschreitet heute den Klageweg und wird gemeinsam mit Betroffenen auf die Feststellung der Rechtswidrigkeit des rechtlichen Vorgehens im Zusammenhang mit der Sitzblockade drängen – juristisch: eine Fortsetzungsfeststellungsklage wird eingereicht. Dazu erklärt Jürgen Kasek, ebenfalls für das Aktionsnetzwerk: „Wir wollen an dieser Stelle Rechtssicherheit schaffen und überprüfen lassen, ob die Beschränkung der Spontanversammlung und der Ausschluss von Beteiligten rechtmäßig war. Das Bundesverfassungsgericht hat in mehreren Urteilen entschieden, dass auch Spontanversammlungen in Form von Sitzblockaden von der Versammlungsfreiheit nach Art. 8 I GG geschützt sein können. Die Fragestellungen sind auch deswegen von Belang, da rechte Gruppierungen angekündigt haben, am 1. Mai 2018 in Leipzig demonstrieren zu wollen.“

Pressemitteilung: Leipzig, den 2. Mai 2017