Legida umzingelt – Rechtsruck mit Auftritt der „Identitären Bewegung“ – Aufruf zum Protest am 22. Juni in Eilenburg

Nach mehrwöchiger Pause marschierte Legida am Montag, den 15. Juni wieder durch Leipzig. Mit zirka 300 Personen stagnierte die Teilnehmer_innenzahl auf niedrigem Niveau.

Pressemitteilung, 16. Juni 2015

Wiederum war die Beteiligung am Protest mehr als doppelt so hoch. Um den Richard-Wagner-Platz, wo der Legida-Marsch startete, sammelten sich zahlreiche Menschen sowohl auf der Kundgebung des Aktionsnetzwerks Leipzig nimmt Platz als auch spontan am Goerdelerring. Am Hauptbahnhof in Höhe der Nikolaistraße entstand eine weitere Spontankundgebung. Und im Nikolaikirchhof hieß es seit Langem wieder „Willkommen in Leipzig – eine weltoffene Stadt der Vielfalt“.

„Wir haben Legida umzingelt“, so Juliane Nagel für das Aktionsnetzwerk Leipzig nimmt Platz. „Dieser Montag hat wieder gezeigt, dass die Menschen, die für eine offene und vielfältige Stadtgesellschaft einstehen, in der Überzahl sind.“

Bei Legida ist derweil nicht nur ein Personalwechsel, sondern auch ein Rechtsruck zu verzeichnen. Von der Bühne verabschiedete sich am Montag die bisherige Führungsfigur Silvio Rösler offiziell und übergab die Verantwortung an Markus Johnke. Johnke war vor einem Jahr eine Schlüsselfigur der rechtslastigen, verschwörungstheoretischen Montagsmahnwache und ist heute für die Ausweitung von Legida ins Leipziger Umland verantwortlich. In den Reihen von Legida waren zahlreiche Anhänger_innen der so genannten Identitären Bewegung präsent. Mit eigenem Demonstrationsblock und Redebeitrag präsentierte die neurechte Gruppierung ihre Kampagne „Stoppt den großen Austausch“, mit der sie gegen vermeintliche „Überfremdung“ und „Durchmischung“ des eigenen Volkes agitieren und sich sicher im äußerst rechten Fahrwasser bewegen.

„Spätestens mit diesem Montag kann der Legida-Marsch als Naziaufmarsch bezeichnet werden. Wer den nationalistischen, rassistischen und antidemokratischen Tiraden zujubelt, steht außerhalb des demokratischen Spektrums.“

Am kommenden Montag will Legida einen ersten Aufmarsch in Eilenburg organisieren. Nach Wurzen am 8.6.2015 wird dies ihr zweiter Auswärtstermin sein. Das Aktionsnetzwerk Leipzig nimmt Platz wird auch dort die lokalen Proteste unterstützen.