PM: „Leipzig nimmt Platz“ übernimmt die Schirmherrschaft der Stolpersteine für Familie Rosenzweig

Am 5.Oktober 2015 trat bei der rassistischen und demokratiefeindlichen „Legida“ eine „Künstlerin“ als „Geist von Frau Rosenzweig aus der Funkenburgstraße“ auf und hetzte dort gegen Muslim_innen und Geflüchtete.

Erste Recherchen des Erich-Zeigner-Haus e.V. haben ergeben, dass tatsächlich eine Frau Ruchel Eitel Rosenzweig Opfer des nationalsozialistischen Terrorregimes wurde. Das Ehepaar Rosenzweig hatte in der Funkenburgstraße 17 gelebt, bevor es in der Keilstraße in einem „Judenhaus“ untergebracht wurde. Ruchel Eitel und ihr Ehemann Jakob emigrierten vor Entwürdigungen und Verfolgung in die Slowakei, wurden 1942 ins Vernichtungslager Treblinka deportiert und dort ermordet. Wir möchten uns nun dafür einsetzen, das furchtbare Schicksal der Familie Rosenzweig aufzuarbeiten und ihr durch Verlegung von „Stolpersteinen“ ein würdiges Gedenk- und Mahnmal zu schaffen, auch um die Verbrechen des Nationalsozialismus sichtbar zu machen. Wir werden nicht zulassen, dass Hetzer_innen heute jüdische Opfer des damaligen Naziregimes politisch instrumentalisieren.

Aus diesem Anlass hat sich das Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“ dazu entschieden, die Schirmherrschaft der zu verlegenden „Stolpersteine“ für die Familie Rosenzweig in der Funkenburgstraße zu übernehmen und den Erich-Zeigner-Haus e. V. gebeten, die Verlegung im Rahmen eines Jugendprojektes umzusetzen. Des weiteren prüft das Aktionsnetzwerk, den Legida-Auftritt von Montag wegen möglicher Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener zur Anzeige zu bringen.

Wir rufen alle Leipzigerinnen und Leipziger auf, Teil des Gedenkens und der Mahnung zu werden. Dafür sammelt „Leipzig nimmt Platz“ für die Stolpersteinverlegung Spenden.

Spendenkonto bei der Sparkasse Leipzig:
Empfänger: Bon Courage e.V.
IBAN: DE66 8605 5592 1090 0633 90
BIC: WELADE8LXXX
Stichwort: Antirassismusprojekt Stolpersteine

Foto: L-IZ.de