Update zur Route des Legida-Aufmarsches am 12.1. in Leipzig #NoLegida

Für den 12. Januar 2015 plant der Leipziger PEGIDA-Ableger LEGIDA einen so genannten „Spaziergang“ in Leipzig. Der rassistische Aufmarsch soll 19 Uhr (Sammlung ab 18:30 Uhr) am Sportforum (Eingang Red-Bull-Arena) starten.

Die Route ist noch in Verhandlung [update]: Auftaktkundgebung öffentlicher Parkplatz vor Red-Bull-Arena an der Friedrich-Ebert-Straße → Wettiner Straße → Waldstraße → Gustav-Adolf-Straße → Leibnitzstraße → Jahnallee (stadtauswärts) → Waldplatz → Waldstraße → Wettiner Straße → öffentlicher Parkplatz vor der Red Bull Arena an der Friedrich-Ebert-Straße (Abschlusskundgebung-Auflösung) Die Demonstration ist nur bis 20:30 Uhr angemeldet. Als Anmelder bzw. Versammlungsleiter fungieren Jörg Hoyer (Pressesprecher Legida und NS-„Historiker“) und Silvio Rösler (Kontakte zur AfD).

Hier findet ihr den aktuellen Überblick über die Gegenaktivitäten (Stand 6.1.2015). Nach dem letzten Arbeitstreffen hat die Leipziger Friedenswache (der von der „Wahnmache“ abgespaltete Teil) eine weitere Anmeldung angekündigt.

Informativ am 12.1.

Radio Blau wird am Montag, dem 12.01., live über die Gegenaktivitäten gegen Legida berichten. Abweichend zum normalen Programm wird es von 18 bis 20 Uhr eine Sondersendung mit aktuellen Informationen zu den Protesten geben. Sollte es danach noch Neuigkeiten zum Legida-Aufmarsch oder den Protesten dagegen geben, wird die Sondersendung natürlich verlängert. Für alle, die sich an den Protesten gegen Legida beteiligen möchten, könnte es sich also lohnen, am Montag ein mobiles UKW-Radio (z. B. im Smartphone) dabei zu haben und schon mal die UKW-Frequenz 99,2 MHz (alternativ 89,2 oder 94,4 MHz) abzuspeichern. Hier gibt es die Adressen für den Empfang per Internet.

#NoLegida – Stand der Vorbereitungen [update 11.1.15]

Am 12. Januar 2015 will ein Ableger der „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (PEGIDA) durch Leipzigs Straßen „spazieren“. Die Treffpunkt wird gegen 18:30 Uhr am Sportforum in der Jahnallee sein. Bis ca. 20:00 Uhr soll eine Demonstration unter dem Namen „Legida“ durch das Waldstraßenviertel ziehen. Die vielfältigen Gegenaktionen sind hier möglichst umfassend zusammengestellt.logo

ticker/news

Am 12. Januar ist ein Ticker von Refugees welcome geschaltet, der laufend informiert: https://www.aktionsticker.org. Ein Infotelefon (ebenfalls Refugees welcome) ist auch verfügbar: 0151 64572106. Radio Blau berichtet zwischen 18 und 20 Uhr life auf UKW 99,2 MHz (auch 89,2 MHz / 94,4 / 97,9 MHz) bzw. per Internetstream.

Lifeinformationen erhaltet ihr auch auf twitter, bevorzugt von den accounts

Auf Facebook existieren mittlerweile mindestens vier Seiten, weitere Gruppen und Events (zusätzlich zu den unten genannten) zu den Legida-Protesten. Wir bündeln das in dem mit Abstand erfolgreichsten account: NO LEGIDA samt der Veranstaltung Leipzig- stellt sich quer., die zum Zeitpunkt des Lesens wahrscheinlich die 20.000-er 23.000-er Marke geknackt hat. 😀

Route von Legida

Der rassistische „Spaziergang“ soll ab 19 Uhr (Sammlung ab 18:30 Uhr) vom Parkplatz am Stadioneingang über Waldstraße und Jahnallee und Walplatz zurück zum Ausgangspunkt führen: Auftaktkundgebung vor Red-Bull-Arena an der Friedrich-Ebert-Straße → Wettiner Straße → Waldstraße → Gustav-Adolf-Straße → Leibnitzstraße → Jahnallee (stadtauswärts) → Waldplatz → Waldstraße → Wettiner Straße → öffentlicher Parkplatz vor der Red Bull Arena an der Friedrich-Ebert-Straße (Abschlusskundgebung-Auflösung). Die Demonstration ist nur bis 20:30 Uhr angemeldet.

Die beste Karte hat (leider) die BILD (Regionalausgabe 08.01.15) geliefert:
Demos und Kundgebungen gegen Legida
Weitere Karten gibt es von Refugees Welcome (PDF, 3MB) und NoLegida auf FB (Google Maps).

Gegenveranstaltungen als Sternmarsch

Vorbereitung

weitere Informationen und Aufrufe

Sehr informativ ist die aktuelle Zusammenstallung auf antifa.leipzig.de. (Für die beim Weiterklicken erscheinende Sicherheitswarnung könnt ihr eine Ausnahmeregel hinzufügen. Falls ihr euch unsicher seid, löscht in der Adresszeile einfach das „s“ bei “https://”!)

Das an Chauvinismus und kulturalistischem Rassismus nur so strotzdende »Positionspapier« von Legida (sichere Links zum Original hier und hier) wurde vom „Netzwerk gegen Islamophobie und Rassismus Leipzig“ analytisch und doch allgemeinverständlich aufgearbeitet. Die Analyse schließt mit einen Aufruf zur Beteiligung an den Protesten ab.

Die Leipziger Grünen und Die Linke haben zur Beteiligung an den Demonstrationen aufgerufen. Die Leipziger Stadrätin und Abgeordnete im Landtag Sachsen Juliane Nagel (Die Linke) ist naturgemäß zum Thema nicht schweigsam: z. B. hier, hier und hier.

Zu Aktionen des zivilen Ungehorsams rufen das Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“, der Student_innenRat der Universität Leipzig und die Gruppe Prisma auf.

Die Linkspolitische Jugendgruppe À gauche Leipzig hat speziell Schüler_innen zum Protest aufgerufen.

Weiterhin ruft Bürgerverein Waldstraßenviertel zur Beteiligung an den Protesten auf.

Die Leipziger Blogger Michael Bittner und André Herrmann haben sich ebenfalls frühzeitig zu Wort gemeldet… usw. usf.

letzte Aktualsierung am 11. Januar 2015

Pressemitteilung vom 28. Dezember 2014

Aktionsnetzwerk Leipzig nimmt Platz mobilisiert gegen Legida-Demonstration am 12.01.2015
Aufruf für ein solidarisches Zusammenleben, gegen Rassismus und Menschenfeindlichkeit

Am 12. Januar 2015 will ein Ableger der PEGIDA eine als „Spaziergang“ angemeldete Demonstration unter dem Namen „Leipzig gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (LEGIDA) durchführen. Dagegen formiert sich breiter Widerstand auf allen gesellschaftlichen Ebenen. Das Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“ ruft zur aktiven Beteiligung an den Gegenveranstaltungen auf.

Die Facebook-Gruppe LEGIDA will die Gunst der Stunde nutzen und als lokaler Ableger von PEGIDA auch in Leipzig Stimmung gegen Asyl und Muslim_innen schüren. In Dresden hat PEGIDA unter der irreführenden Bezeichnung „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (PEGIDA) bereits zehn Mal demonstriert und konnte am 22. Dezember in Dresden wieder eine bedenklich hohe Beteiligung verzeichnen. Irreführend ist die Bezeichnung, weil sie die Gefahr einer herbeigeredeten Islamisierung eindeutig als Projektions­fläche für einen kulturalistischen Rassismus nutzt.

PEGIDA/LEGIDA wenden sich gegen Politik und Medienwelt und machen sich Skepsis und Verunsicherung weiter Teile der Bevölkerung zunutze. Doch außer bekannten Sündenbock-Mustern und chauvinistischer Stimmungsmache hat PEGIDA keine politischen Lösungen zu bieten. Gerade wegen dieser fehlenden klaren Ausrichtung sind PEGIDA und LEGIDA offensichtlich anschlussfähig. So sind in den Bildern aus Dresden nicht nur strenge Neonazis zu sehen, sondern zuhauf Menschen, die einer gesellschaftlichen Mitte angehören – einer Mitte, die sich weltoffen wähnt und doch immer wieder rassistisch verhält.

„Es bleibt abzuwarten ob die dumpfen Ressentiments gegen alles vermeintlich Fremde auch in Leipzig auf nennenswerte Zustimmung treffen“, so Juliane Nagel vom Aktionsnetzwerk Leipzig nimmt Platz, „Grund genug LEGIDA entschlossen und gemeinsam entgegenzutreten!“

Gegen die LEGIDA-Demonstration, die von 18:30 Uhr an der Red-Bull-Arena beginnend durch das Waldstraßenviertel ziehen soll, werden aktuell Veranstaltungen der Initiativen „Refugees Welcome“, „Weltoffenes Gohlis“, der Kirchen und durch das „Bündnis 8. Mai“ vorbereitet.

Das Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“ ruft dazu auf, sich an den Aktionen zu beteiligen. „Das Aktionsnetzwerk steht in der Tradition zivilen Ungehorsams gegen jede Form der Abwertung von Menschen. Diese Devise gilt am 12. Januar wie im Alltag“, schließt Nagel ab.

Im Anhang und online findet sich der Aufruf des Aktionsnetzwerk Leipzig nimmt Platz für den 12.1.2015.

Aufruf für ein solidarisches Zusammenleben, gegen Rassismus und Menschenfeindlichkeit

Am 12. Januar 2015 will ein Ableger der „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (PEGIDA) durch Leipzigs Straßen „spazieren“. Sie nennen sich LEGIDA („Leipzig gegen die Islamisierung des Abendlandes“).

Mit der jeder Realität entbehrenden Behauptung einer drohenden „Islamisierung“ will LEGIDA an sein Dresdner Pendant anknüpfen. Dort schafft es PEGIDA sowohl „besorgte Bürger_innen“, Fußballfans als auch Nazis zu mobilisieren. Auffällig ist, dass sich auch scheinbar frustrierte Menschen mit Zukunftsängsten aus der sogenannten Mitte der Gesellschaft beteiligen. Dieser Teil der konstruierten Mitte der Gesellschaft zeigt sich äußerst anfällig für Einstellungsmuster der Ungleichwertigkeit. Die nüchternen und eindeutigen Zahlen – die Anzahl von Muslim_innen in Sachsen oder die Anzahl von Flüchtlingen und die daraus folgende Tatsache, dass keine „Überfremdung“ droht – werden von dieser Gruppe nicht zur Kenntnis genommen. Seit Jahren zeigen Studien und Forschungen, dass vor allem Muslim_innen und sozial Benachteiligte stellvertretend für alle nicht zur Mehrheitsgesellschaft gehörenden Menschen als Feindbilder europäischer Gesellschaften herhalten müssen.

Bei PEGIDA / LEGIDA laufen mit der kollektiven Abwertung von als muslimisch markierten Menschen klassisch rassistische Muster ab. Wie weitreichend die Folgen dieser Islamfeindlichkeit sind, zeigte der muslimfeindlich begründete Mord an Marwa El-Sherbini 2009 im Dresdner Land­gericht. In Sachsen häufen sich rassistische und antimuslimische Übergriffe. Die Organisator_innen von PEGIDA / LEGIDA instrumentalisieren mehrheitsfähige Ressentiments. Mit Hilfe dieser Ressentiments gelang es PEGIDA, mehr als 10.000 Menschen zu mobilisieren. Das sind zwar nur zwei Prozent der Dresdner Wohnbevölkerung – was die Lächerlichkeit ihres Rufes „Wir sind das Volk“ verdeutlicht – gleichzeitig sind es 10.000 Menschen zu viel, die sich von rassistischen Argumentationen mobilisieren lassen. Wir stellen uns eindeutig gegen das kalkulierte Schüren von Ängsten, das zu Diskriminierung und Gewalt gegen Menschen führt.

PEGIDA / LEGIDA teilt flüchtende Menschen in polarisierende Kategorien ein: gute „Kriegsflüchtlinge“ und böse „Wirtschaftsflüchtlinge“. Mit diesen polemischen Zuschreibungen und Begrifflichkeiten wie „Invasion“, „Fluten“ oder „Wellen“ malen sie ein Zerrbild, das die zu uns Fliehenden entmenschlicht. Auch verantwortliche politische Akteur_innen nutzen teilweise diese Bilder und haben somit den Nährboden dafür gelegt, jedem zu uns geflohenen Menschen mit Argwohn und Ressentiments zu begegnen.

Das Grundrecht auf Asyl ist ein unverrückbares Menschenrecht. In Deutschland ist es 1992/93 faktisch abgeschafft worden. Vor allem deshalb wurden die Asylbegehren vieler Menschen abgelehnt. Wegen der sich häufenden internationalen militärischen Konflikte ist die Quote derer, die in Deutschland Asyl oder einen Schutzstatus auf Grundlage internationaler Übereinkommen erhalten, auf beinahe 50 Prozent angestiegen. Unsere Solidarität gilt all denjenigen, die aus Not und Elend und nicht selten Furcht um ihr Leben Zuflucht bei uns suchen. Die Grenzen von Europa dürfen nicht weiter zu einem Massengrab werden.

Weder PEGIDA noch LEGIDA geht es um eine Diskussion – Kommunikationsangebote werden verweigert. Vielmehr wird eine Haltung eingenommen, die das Paradigma von „wir hier unten, gegen die da oben“ wiederholt und schürt. Es geht den Initiator_innen um die Demonstration von Stärke und das Schüren von chauvinistischen Ressentiments.

Die öffentliche Demonstration von rassistischen Inhalten hat bereits jetzt zu spürbaren Veränderungen im sozialen Klima von Dresden und darüber hinaus geführt. Das Ansteigen von Alltagsrassismus ist erfahrbar, bis hin zur offenen Gewalt.

Leipzig möchte gern eine weltoffene Stadt sein. Der Weg dahin ist noch weit. Auch in Leipzig gibt es Rassismus und Vorurteile. Aber wir alle können am 12. Januar – und nicht nur dann – viel dafür tun, dass sich der Hass und Vorurteile nicht ausbreiten.

Lasst uns gemeinsam zeigen, dass wir solidarisch mit Geflüchteten sind und für ein solidarisches Zusammenleben eintreten. Rassismus und Vorurteile haben keinen Platz.

Leipzig nimmt Platz!

PEGIDA-Ableger will am 12.1.2015 in Leipzig demonstrieren

Für den 12.1.2015, 18 30 Uhr plant der Leipziger PEGIDA-Ableger LEGIDA einen „Spaziergang“ in Leipzig.
Nach Vorbild der montäglichen Veranstaltungen in Dresden soll nun auch in Leipzig Stimmung gegen Muslime und Flüchtlinge gemacht werden.

Der rassistische Aufmarsch soll am Sportforum starten und durch das Waldstraßenviertel führen und ist von 17:30 bis 21:00 angemeldet. Als Anmelder bzw. Versammlungsleiter fungieren Marco Prager und Silvio Rösler. Erstere entstammt dem Fanumfeld des 1. FC Lok Leipzig, Rösler war in der Fanszen des Leutzscher Vereins SGLL aktiv und kandidierte 1999 für die DSU. Beide treiben sich in der von der NPD betriebenen Facebook-“Bürgerinitiative” “Gohlis sagt nein” rum, die sich das Verhindern des Moscheebaus in der Georg-Schumann-Straße auf die Fahne geschrieben hat.

LEGIDA ist bereits seit 22.11.2014 mit einer Facebook-Seite im Internet präsent. Die Identität der MacherInnen ist bisher unbekannt, da dort anonym agiert wird. Unter den KommentatorInnen finden sich jedoch auch Akteure der NDP.

LEGIDA veröffentlichte bisher Informationen zu den PEGIDA-Aufmärschen in Dresden sowie vor allem gegen den Islam gerichtete Beiträge. Das Mitglied des Landesvorstandes der Afd Sachsen, Hans-Thomas Tillschneider, fungierte bereits als Gastautor.

“LEGIDA will an die durch PEGIDA entfachte Stimmungsmache gegen Muslime und Flüchtlinge anknüpfen. Das ist unerträglich. Der von PEGIDA oder LEGIDA propagierte Untergang des vermeintlichen Abendlandes ist weder in Dresden noch in Leipzig nah.

Der Duktus von LEGIDA erinnert stark an NPD-Tarnorganisationen wie „Gohlis sagt nein“ oder „Leipzig steht auf“, die fast ausschließlich im Internet Stimmung gegen den Moscheebau in Leipzig-Gohlis schüren bzw. gegen die Unterbringung von Asylsuchenden in Leipzig-Schönefeld gehetzt haben.“

Die Akteure hinter LEGIDA gefährden ein solidarisches Zusammenleben und eine offene Gesellschaft. Dem sollten sich möglichst viele gesellschaftliche Gruppen und Menschen in Leipzig entgegenstellen.“

Protestaktionen befinden sich bereits in Vorbereitung.

Seit dem 20.10.2014 finden in Dresden jeden Montag Demonstrationen von PEGIDA (Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes) statt. Von wenigen Hundert wuchs die TeilnehmerInnenzahl auf fast 10.000 Menschen am 8.12.2014. Gleichzeitig wuchs auch der Protest. Auch Menschen aus Leipzig beteiligten sich an antirassistischen, antifaschistischen und zivilgesellschaftlichen Gegenaktionen.

Quelle: jule.linxxnet.de

Pegida – ein rassistischer Resonanzraum

Seit Oktober 2014 demonstrieren jeden Montag in Dresden mehrere tausend Menschen unter dem Motto „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Pegida). Im Dezember konnten mehr als 10.000 Menschen zu diesen Aufzügen mobilisiert werden. Eine Einschätzung des Kulturbüro Sachsen e.V. vom 13. Dezember 2014

Das Kulturbüro Sachsen e.V. begrüßt es, wenn Menschen für ihre Ideen auf die Straße gehen und ihre demokratischen Rechte in dieser Form nutzen. Die Inhalte und Forderungen von
PEGIDA ebenso wie die Berichterstattung und den Umgang mit PEGIDA, sieht das Kulturbüro Sachsen e.V. allerdings kritisch.

Die folgende Einschätzung problematisiert die derzeitigen Entwicklungen aus unserer Sicht:

1. Über die Sicht der Betroffenen und die Unterstützung für Asylsuchende wird zu enig berichtet

Die Sicht derjenigen, die von Rassismus und/oder antimuslimischen Rassismus betroffen sind, hat in derzeitigen Berichterstattungen kaum Raum.
Es findet eine dichte mediale Berichterstattung über Pegida in den unterschiedlichen bundesweiten Medien statt. Dabei werden vornehmlich Positionen von Pegida und Einblicke in die Biographie von Lutz Bachmann gegeben. Öffentlich-rechtliche Medienanstalten und Institutionen der politischen Bildungsarbeit laden die Organisator_innen der Pegida zu Podien und Veranstaltungen ein, ohne denjenigen eine Stimme zu geben, über die auf diesen Podien und Veranstaltungen gesprochen wird.
Die Sicht von Geflüchteten, Asylsuchenden und von Migrantenselbstorganisationen in unserer Gesellschaft wird in die öffentliche Debatte nicht eingebunden.
Stattdessen kommen in den derzeitigen Diskussionen über und mit Pegida fast ausschließlich privilegierte Weiße zu Wort, um über Sorgen, Deutungen und Ängste zu sprechen.
In Sachsen, Dresden und bundesweit engagieren sich jede Woche tausende Menschen ehrenamtlich, um die Lebenssituation von geflüchteten Menschen zu verbessern. Es werden Patenschaften für Asylsuchende übernommen, Sprachkurse angeboten, Begegnungen mit Asylsuchenden und Unterstützung bei den alltäglichen Dingen des Lebens organisiert.
Würden sich diese engagierten Menschen alle zeitgleich in Dresden versammeln, wäre auf
Dresdens Straßen kein Platz mehr für Pegida.

>>> weiterlesen im pdf-Dokument

Am 15.12. zum PEGIDA-Aufmarsch nach Dresden

… Busfahren, bis Busfahren nicht mehr nötig ist….

In Dresden war’s das (leider) noch nicht. Erfreulich ist, dass am vergangenen Montag etwa 9.000 Menschen Position gegen den Aufmarsch von Pegida bezogen haben. Nicht erfreulich ist, dass Pegida immer noch Zulauf verzeichnen kann und ebenfalls die 10.000er Marke geknackt hat. Nachdem sie sich letzte Woche mit einer stationären Kundgebung begnügt haben, ist für die kommende Woche (15.12.) erneut ein „Spaziergang“ angekündigt. Wie in den Vorwochen wird es dagegen Proteste geben, die wir erneut unterstützen wollen. Wir fahren aber nicht nach Dresden um das Image dieser Stadt zu retten, sondern um Rassist*innen die Öffentlichkeit zu nehmen und sie zu stoppen. Wir werden wieder Bus fahren: Tickets dafür gibt es im El Libro (Bornaische Str. 3d), im Lazy Dog (Wolfgang-Heinze-Str.) und in der Vleischerei (Karl-Heine Ecke Zschochersche Str.)

Bitte holt euch rechtzeitig eure Tickets, damit wir besser planen können.

Quelle: http://refugeeswelcome.blogsport.eu/

Am 8.12.2014 nach Dresden – PEGIDA entgegentreten

Am 8.12.2014 will PEGIDA zum 8. Mal nationalistische und rassistische Inhalte auf die Straße tragen. Wir rufen auf sich den Aktionen unter dem Motto “Dresden für alle” anzuschließen. Von Leipzig werden Busse nach Dresden fahren. Tickets gibt es noch im Lazy dog (Wolfgang-Heinze-Straße) und in der Vleischerei (Zschochersche Ecke Karl-Heine-Straße)

“In unserer Stadt leben etwa eine halbe Million Menschen. Die einen sind hier geboren, die anderen im Lauf ihres Lebens hergezogen. Wieder andere haben Krieg und Not in unsere Stadt verschlagen. Die Menschen unserer Stadt sind konfessionslos, Christen, Muslime, Juden, Hindus. Sie haben unterschiedliche Lebensplanungen und Vorstellungen von Partnerschaft und Familie. Sie sind jung und alt.

Wir stehen für eine Stadt, in der jeder und jede sein Leben leben kann, ohne dabei andere in ihrer Freiheit zu beschränken. Damit das vielfältige und weltoffene Dresden jeden Tag Realität sein kann, müssen wir ohne Vorbehalte und Ängste aufeinander zugehen, miteinander reden, einander zuhören und gemeinsam nach Lösungen suchen. Deshalb kritisieren wir PEGIDA, eine patriotische Bewegung, die Menschen, die nicht in ihr Weltbild passen, nicht in unserer Stadt haben möchte und ein diffuses Angstbild verbreitet. Wir wollen gemeinsam zeigen, dass Dresden mehr ist, als „das Volk“ der PEGIDA.

Die Demo “BUNT.WELTOFFEN.LAUT” ist unser Beitrag zum Sternlauf “Dresden für alle” am 08.12. in Dresden. Auftakt ist um 16:30 Uhr vor dem Bhf. Neustadt. “Dresden für alle” ist eine Kampagne, die von diversen Akteuren der Dresdner Zivilgesellschaft initiiert wurde, um in Zeiten von PEGIDA ein klares Bekenntnis zu einer weltoffenen Stadt zu setzen. Am 08.12. gibt es dazu von verschiedenen Startpunkten aus Demozüge, die sich um 19 Uhr an der Kreuzkirche treffen. Wir, als Dresden Nazifrei sind mit von der Partie. Unsere Demo beginnt um 16:30 Uhr am Neustädter Bahnhof. Unser Motto “BUNT.WELTOFFEN.LAUT” wird Programm sein.

WIR WERDEN ORDENTLICH MUSIK AUFFAHREN! WIR WERDEN TANZEN! KALT WIRD UNS NICHT!

P.S.: Ein zweiter Auftaktpunkt mit eigener Demoroute ist um 17 Uhr am Fritz-Förster-Platz für alle Menschen, die sich direkt aus der Uni auf dem Weg machen.”

Links:
http://dresden-nazifrei.com
http://refugeeswelcome.blogsport.eu

1.12. Grenzenlose Solidarität statt Nationalismus – PEGIDA entgegentreten

Seit über einem Monat veranstaltet die Gruppierung PEGIDA („Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“) jeden Montag Demonstrationen in Dresden. Die Zahl der Teilnehmenden stieg rasant, zuletzt folgten bis zu 4000 Personen dem Aufruf.

Um Islamismus oder das Treiben des IS geht es den Demonstrierenden höchstens am Rande. Stattdessen wollen sie das Asylrecht einschränken, Schutzsuchende abschieben, einen starken Staat und endlich wie- der Stolz sein auf das Vaterland. Hinzukommt Hetze gegen „die Medien“, „die Politiker“ und den „linken Mainstream“. Hier trifft nationalistische Stimmungsmache auf rassistisches Ressentiment und latent antisemitische Denkstrukturen.
Die Antworten von PEGIDA auf gesellschaftliche Widersprüche sind einfach: man beschwört die bekannten rechten Feindbilder und mobilisiert ein entsprechend unsympatisches Publikum. Grund genug also, um deutlichen Widerspruch zu artikulieren und zugleich emazipatorische Positionen jenseits von Nation und religösem Fanatismus stark zu machen.

Deswegen:

Auf zur antifaschistischen und antirassistischen Demo!

gemeinsame Fahrt von Leipzig nach Dresden: 14.30 Uhr Infopoint Hauptbahnhof Leipzig // Beginn der antifaschistischen und antirassistischen Demo in Dresden: 16 Uhr Bahnhof Neustadt

http://uradresden.noblogs.org/
http://refugeeswelcome.blogsport.eu/