Friedlicher und lautstarker Protest am 12. Oktober

Spendenübergabe in Höhe von 2000€ an den Flüchtlingsrat
Nächster rassistischer Aufzug am 17. Oktober in Grünau

Das Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“ resümiert den Protest gegen Legida am vergangenen Montag erfolgreich. Auch wenn die kultur-rassistische Gruppierung „Leipziger gegen die Islamisierung des Abendlandes“ ihren Marsch über den Leipziger Westring durchführen konnte, waren mit 400 bis 500 wieder weniger ach so besorgte Bürger_innen, Fans eines geschlossenen europäischen Ostblocks und offensichtliche Neonazis bei Legida versammelt. Neben den Menschen an den Kundgebungsorten an der Hainspitze, am Naturkundemuseum, am Thomaskirchhof sowie am Willy-Brandt-Platz standen dem Hunderte weitere gegenüber, die aktiven Protest auf der Aufmarschstrecke übten. Die Versuche, dem Aufmarsch friedlich und entschlossen den Platz zu nehmen, wurden durch die mit mindestens einem Wasserwerfer aufgerüstete Polizei vereitelt. Dennoch bleibt der aktivistische Teil des Protestes in Leipzig beachtlich und wach.

Im Verlauf der Kundgebung an der Hainspitze wurde an den Flüchtlingsrat Leipzig e. V. ein Spendenscheck in Höhe von 2000 Euro aus den Spenden überreicht, die beim Brückenfest von „Leipzig nimmt Platz“ am 19. September gesammelt wurden. Sonja Brogiato, die Sprecherin des Flüchtlingsrates, nahm die Spende mit bewegenden Worten entgegen.

Leipzig nimmt Platz übergibt 2000 Euro an den Flüchtlingsrat LeipzigChristin Melcher und Irena Rudolph-Kokot übergeben 2000 Euro an Sonja Brogiato (2. v. l.) vom Flüchtlicngsrat Leipzig. Rechts im Bild: Stadtrat Christopher Zenker

Zwei Tage nach dem Brückenfest konnte am 21. September die letzte wirksame Beschränkung von Legida erreicht werden. „Das Fest auf der Sachsenbrücke erreichte neben vielen kulturellen Angeboten mit Programmpunkten wie einer Praxiseinheit Demonstrationsgeschehen die dafür notwendige Mobilisierung in Leipzig“, sagt Christin Melcher für „Leipzig nimmt Platz“. Noch in derselben Woche fanden weitere rassistische Aufmärsche am Mittwoch (Legida) und Samstag (Offensive für Deutschland) statt, die beide erheblich behindert werden konnten.

Auch am kommenden Sonnabend steht Leipzig im Fokus rassistischer Bewegungen: Die mit Legida eng verbandelte Offensive für Deutschland will durch den Stadtteil Grünau marschieren. Unter dem Motto „OfD in die Defensive drängen!“ finden Informationsveranstaltungen am 14. Oktober im Heizhaus (Grünau) sowie im Conne Island (Connewitz) und am 15. Oktober im Atari (Reudnitz) statt.

Pressemitteilung: Leipzig, den 13. Oktober 2015

PM: Wer über Rassismus spricht, darf über Gewalt nicht schweigen

Leipzig nimmt Platz ruft für den morgigen 28. September dazu auf, sich wieder friedlich und entschlossen gegen LEGIDA zu positionieren. Dazu sind Kundgebungen ab 18 Uhr an der Hainspitze, am Naturkundemuseum und dem Thomaskirchhof angemeldet. Wir rufen alle Leipziger_innen auf, sich zu beteiligen und morgen ein deutliches Zeichen gegen Gewalt und Rassismus zu setzen.

„Zu den Grundsätzen von LnP gehört, dass wir LEGIDA und andere rassistische Neonaziaufmärsche in Leipzig verhindern wollen in gemeinsamen, gewaltfreien Aktionen. Dies ist und bleibt der Grundkonsens unseres Handelns. Wir appellieren, sich durch die gestrigen Vorfälle nicht entmutigen zu lassen und Rassist_innen weiter entschlossen entgegenzutreten“, so Juliane Nagel.

Protest gegen Offensive für Deutschland am 26.09.2015

Gestern fand der dritte Aufmarsch aus dem GIDA-Umfeld unter dem Namen „Offensive für Deutschland“ in Leipzig innerhalb einer Woche statt. Insgesamt nahmen daran 250 Personen teil, die zum Großteil dem extrem rechten Spektrum zuzurechnen sind, wie der Brigade Halle und Bitterfeld, sowie der Partei DIE RECHTE. Diese waren eindeutig an Fahnen und Redebeiträgen zu erkennen. So sprach auch der mehrfach einschlägig vorbestrafte Ex-NPD-Mann, nunmehr DIE RECHTE, Alexander Kurth. Viele der teilnehmenden Personen beteiligten sich bereits in der Vergangenheit an Aufmärschen von LEGIDA/PEGIDA.

„Der Zusammenhang zwischen der Offensive für Deutschland und LEGIDA ist gestern deutlich geworden. Die Organisatoren von LEGIDA/PEGIDA mögen den Zusammenhang abstreiten, aber es ist offensichtlich, dass sich die Gruppierungen aus demselben Personenkreis mit denselben Themen speisen und dass die extreme Rechte eng mit der GIDA-Bewegung zusammenarbeitet“, so Irena Rudolph-Kokot für das Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“.

Auf der Gegenseite beteiligten sich mehr als 3000 Menschen aus allen Schichten der Gesellschaft an Demonstrationen für Weltoffenheit, Toleranz und Demokratie. Bereits zu Beginn versuchten Teilnehmer der OfD-Veranstaltung auszubrechen und einzelne Gegendemonstranten anzugreifen. Mehrfach kam es zu Böllerwürfen aus dem Demozug heraus. Am Leuschnerplatz eskalierte die Situation kurzzeitig, und es kam zu Steinwürfen in Richtung OfD und Polizei, in deren Folge auch die Polizei eskalierte und mehrere Unbeteiligte verletzte. Auch ein Organisationsmitglied von Leipzig nimmt Platz musste danach im Krankenhaus medizinisch versorgt werden. In der Nacht wurde aus einem fahrenden Auto heraus mutmaßlich von Personen des neonazistischen LEGIDA/OfD-Spektrums ein alternatives Wohnprojekt in Leipzig-Connewitz mit Böllern und Rauchbomben attackiert.
„Wer über Rassismus spricht, darf über Gewalt nicht schweigen. Gestern kam es zu Gewalt, an der es nichts zu rechtfertigen gibt. Die Situation am Leuschnerplatz hat vor allen Dingen die Demonstrant_innen in Gefahr gebracht, die friedlich gegen Rassismus protestiert haben und der Polizei den Grund für die folgende Eskalation gegeben. Eine Reihe von Steinen flog auch in Richtung der LnP Kundgebung am Neuen Rathaus. Gewalt ist Teil des Problems und nicht der Lösung“, so Jürgen Kasek.

Bemerkenswert ist, dass trotz umfangreicher Dokumentation die Presseinformation der Polizei Leipzig keinen Bezug auf Straftaten bei den Teilnehmenden des OfD-Aufmarsches nimmt. Die absolute Mehrzahl der Gegendemonstranten war friedlich. Die Fixierung auf die Gewalt einiger Weniger verzerrt das Bild.

Aktionsnetzwerk mobilisiert zur antirassistischen Demonstration und Kundgebung am Freitag in Freital und am Montag gegen Legida in Leipzig

Gemeinsame Busanreise am Freitag, 31. Juli nach Freital/ Protest in Hör- und Sichtweite am Montag, 3. August in Leipzig

In Sachsen brennt die Luft. Fast täglich wird inzwischen eine Unterkunft von Geflüchteten angegriffen, werden Unterstützer*innen bedroht oder gar attackiert. Die Angriffe auf das Dresdner Zeltlager, die Asylunterkunft in Lunzenau (Mittelsachsen) oder der Anschlag auf das Auto des LINKE-Fraktionsvorsitzenden in Freital stehen dafür exemplarisch.

Nazis am Baumarkt in Freital am 26. Juni 2015
Nazis am Baumarkt in Freital am 26. Juni 2015 (eigene Bildquelle)

das Leipziger Bündnis „Refugees welcome“ mit einer Demonstration. Außerdem will das örtliche Willkommensbündnis eine Kundgebung vor dem Hotel Leonardo, das als Asylunterkunft fungiert, veranstalten. Die rassistische Veranstaltung wurde am Mittwoch, 29.7.2015 abgesagt und stattdessen ein Fackelmarsch in Richtung der Asylunterkunft angekündigt. Fest steht, dass der rechte Mob am Freitag in der Stadt präsent sein wird, in welcher Form auch immer.

„Wir werden am Freitag gegen rassistische Stimmungsmache und für eine offene Gesellschaft demonstrieren“, so Juliane Nagel vom Aktionsnetzwerk Leipzig nimmt Platz. „Die Hetze gegen Geflüchtete muss ein Ende haben. Auch in Freital wurde eine asylfeindliches Klima in der Vergangenheit durch die politisch Verantwortlichen mit angeheizt“.

Für die Demonstration von „Refugees welcome“ hat „Leipzig nimmt Platz“ Busse nach Freital organisiert. Diese fahren 15:15 ab Connewitzer Kreuz und 16:30 Uhr ab Leipzig Hauptbahnhof Ostseite zur antifaschistischen Demonstration ab Bahnhof Freital, die dort 17.30 Uhr beginnt. Die Tickets für 10 Euro gibts am Bus.

Auch lokal bleibt einiges zu tun, um Solidarität mit Menschen, die in Deutschland Schutz suchen, zu schaffen und RassistInnen nicht die Straße zu überlassen. Am Montag, 3. August hat sich in Leipzig wiederum Legida angemeldet. Das Aktionsnetzwerk hat zwei Kundgebungen angemeldet, um Protest in Hör- und Sichtweite zu ermöglichen.
Ab 18 Uhr beginnt die Kundgebung an der Hainspitze, in unmittelbarer Nähe zum Auftaktort von Legida. Eine zweite Anmeldung aus dem Netzwerk gibt es ab 19 Uhr entlang der Legida-Route am oberen Dittrichring/EckeThomaskirchhof. Zwischen beiden Kundgebungen soll laut Ordnungsamt ein freier Transfer gewährleistet sein.
Ab 18 Uhr organisiert überdies das Erich-Zeigner-Haus die halbstündige Veranstaltung „Legida redet über uns – jetzt reden wir“.

„Wir rufen auf, dem rassistischen Treiben auf den sächsischen Straßen, an Stammtischen aber auch in Behörden nicht die Deutungshoheit zu überlassen.

Am 16.09.2013 Contra (Pro) Deutschland in Leipzig!

Wir dokumentieren einen Aufruf zur Wahlkampftour der rechtspopulistischen Partei Pro Deutschland, die am 16.9. in Leipzig Station macht:
9:30 Uhr an der Al-Rahman-Moschee in der Roscherstraße und 11:30 Uhr am Conne Island in Leipzig-Connewitz, Koburger Str. 3
Informiert euch am 16.9. über spontane Aktivitäten: Twitter: @contra_de // #contra_de/ Ticker: demoticker.org/ Blog: http://contradeutschland.blogsport.eu/ Ermittlungsausschuss (EA): 0341-2119313 (Bitte sprecht auch auf den Anrufbeantworter!)

Dokumentiert: Aufruf
Während der Wahlkampf seinem stimmungs- und spannungsmäßigen Tiefpunkt entgegen geht, sind immer wieder Aktionen rechter Splittergruppen zu verzeichnen. Ähnlich wie die NPD und die AfD ist auch die Bürgerbewegung Pro Deutschland auf Tour, um sich mit rassistischer und nationalistischer Themensetzung die Zustimmung des deutschen Mobs im Bundestagswahlkampf zu sichern. Seit dem 21. August sind die Kameraden von Pro Deutschland unterwegs, um vor Moscheen und linken Einrichtungen den vordergründig islamfeindlichen Rassismus zu befeuern und gegen alternative Lebensformen und linke Politik zu hetzen.

So hat Pro Deutschland am Montag, den 16. September, auch in Leipzig zwei Kundgebungen angemeldet: 9:30 an der Al-Rahman-Moschee in der Roscherstraße und um 11:30 am selbstverwalteten Jugend- und Kulturzentrum Conne Island in Connewitz. Auch wenn die bisherige Beteiligung an den Kundgebungen von Pro Deutschland kaum der Rede wert scheint, dürfen wir nicht zulassen, dass deren rassistische Hetze und faschistische Feindbildpflege unwidersprochen bleibt.

Pro Deutschland wurde 2005 in Köln, nach kurzfristigem Erfolg von Pro Köln bei der Kommunalwahl, gegründet. Personell rekrutieren sie ihre Kadaver aus anderen rechten Parteien und Organisationen. So war der Bundesvorsitzende Manfred Rouhs sowohl Mitglied der Deutschen Liga für Volk und Heimat, als auch in JN aktiv und kandidierte für die NPD für den Bundestag und hatte kein Problem sich mit Axel Reitz, Mitbegründer des Kampfbundes deutscher Sozialisten und ehemals selbsternannter Hitler von Köln, zu zeigen.
Am 16. September rufen wir alle Antifaschist_innen dazu auf, auch den Nazis von Pro Deutschland eine klare Absage zu erteilen.
Durch dezentrale Aktionen soll gezeigt werden, dass solche Positionen, egal ob von NPD, AfD oder Pro Deutschland vertreten, etwas entgegengesetzt wird. Wir schlagen deshalb vor die Kameraden schon in der Roscherstraße zu „begrüßen“ und wenn anschließend nötig das gesamte kreative Potential des Stadtteils Connewitz zu demonstrieren – es gibt viele Möglichkeiten an diesem Tag aktiv zu sein!

Es gibt wieder Bustickets und Infos für den 13.2. von Leipzig nach Dresden!

Aufgrund der hohen Nachfrage wurde ein weiterer Bus zu den Protesten gegen Naziaufmarsch und Opfermythos am 13.2. in Dresden bestellt.
Die Tickets gibt es am 12.2. ausschließlich im el libro, Bornaische Str. 3d, 04277 Leipzig-Connewitz oder 10 Uhr am 13.2.2013 am Abfahrtsort!

Das Bündnis Dresden nazifrei hat zudem die Szenarien für Aktionen am 13.2. veröffentlicht (Link zu den Karten). Demnach wird der Naziaufmarsch auf der Altstadtseite, östlich des Stadtzentrums, irgendwo im Bereich Johannstadt-Ost stattfinden. Laut Polizei werden “Pirnaische Vorstadt, die Johannstadt sowie die Seevorstadt von Kontrollen und Sperrungen besonders betroffen sein”.

Zeitliche Eckpunkte für den 13.2. in Dresden:

– 12.30 Uhr Dresden, ab Hauptbahnhof: Mahngang Täterspuren
– 15.00 Uhr Opfergedenken auf dem Heidefriedhof
– ab 15 Uhr Anlaufen der angemeldeten Punkte für NazigegnerInnen (siehe unten)
– zwischen 16 und 18 Uhr Uhr Anreise und Start Naziaufmarsch
– 21.45 Uhr Kerzen-Aufstellen an der Frauenkirche UND special: Never forget! Für ein würdiges Gedenken an Take That

Das Bündnis Dresden nazifrei empfiehlt zur Teilnahme an Blockadeaktionen folgende Anlaufpunkte:

1. Ab 12:30 Uhr am Friedrich-List-Platz (Nähe Hauptbahnhof). Von dort startet der Täterspurenmahngang, dessen Route die rot-gestrichelte Linie darstellt und der bis 15 Uhr laufen soll.

2. Ab 15 Uhr vor allem für alle Menschen aus dem Neustädter Bereich und weiter nördlichen Wohngebieten: Terrassenufer, Ecke Rietschelstraße.

3. Ebenfalls ab 15 – 15:30 Uhr, für alle Menschen die südlich der Elbe wohnhaft sind, Fetscherplatz.

Von allen drei (!) Mobipunkten aus – also auch via Täterspurenmahngang – wird es möglich sein, an Blockadeaktionen teilzuhaben.

Infomöglichkeiten und Support am 13.2.

Das Infotelefon von Dresden Nazifrei: 01573/1678041
Der Ermittlungsausschuss im Fall von Festnahmen: 0351/89960456
Die Demo-Sanitäter: 0177/6218242 (bei kurzfristigen Änderungen checkt www.sanizentrale.de)

Ticker findet ihr unter
http://ticker.dresden-nazifrei.com
http://aktionsticker.info und
http://aktionsticker.info/wap

coloRadio informiert ab 15 Uhr im Livestream unter http://bit.ly/cRstream und ab 18 Uhr im Radio über 98,4 und 99,3 MHz.

Mobilisierung gegen den Naziaufmarsch am 13.2. auch in Leipzig gestartet!

Aktionstraining am 4.2. , Mobi-Material und Ticketverkauf für die gemeinsam Busanreise nach Dresden!

Auch in diesem Jahr wird das Aktionsnetzwerk Leipzig nimmt Platz gemeinsam mit anderen Gruppen, Initiativen und Einzelpersonen nach Dresden mobilisieren um sich der Verdrehung der Geschichte zu widersetzen. Der 13.2. dient weiterhin – nicht nur den Nazis, sondern auch Teilen der Stadtgesellschaft – als Projektionsfläche für die Relativierung der Verbrechen des nationalsozialistischen Deutschland. Doch die Bombardierung der Stadt Dresden 1945 war eine Reaktion auf die systematische Ermordung von JüdInnen, auf die Verfolgung von zahlreichen Menschen, die nicht in das völkische Weltbild passten und auf die kriegerisch durchgesetzten Weltmacht-Ansprüch des NS-Regimes.

In Vorbereitung auf die diesjährigen Proteste in Dresden laden wir ein:

* Infoveranstaltung mit dem Bündnis Dresden nazifrei am 31.1.2013, 19:00 in der Universität, Hörsaalgebäude,

* Aktionstraining in Vorbereitung aufs Demogeschehen und Aktionen des zivilen Ungehorsam am 4.2.2013, 17:00 im WERK II, Kochstraße 132 (nahe Connewitzer Kreuz)

* Tickets für die gemeinsame Busanreise gibt es für 5 Euro im el libro (Bornaische Str, 3d), in der Vleischerei (Zschochersche Str/ Karl-Heine-Str.) und im Campus-Service des Stura der Uni Leipzig am Campus Augustusplatz

* Mobi-Material vom Bündnis Dresden nazifrei und der Kampagne „Keine Ruhe“ gibts im linXXnet, Bornaische Str. 3d, 04277 Leipzig, geöffnet wochentags 10 bis 19 Uhr, Samstags 11 bis 14 Uhr

PM, 29.1.12: Mobilisierung gegen Naziaufmärsche, Geschichtsrevisionismus und Repression

Aktionsnetzwerk Leipzig nimmt Platz mobilisiert gegen Naziaufmärsche und Geschichtsrevisionismus im Februar in Dresden – Repressionen der sächsischen Staatsregierung können Protest nicht einschüchtern – Informationsveranstaltung und Aktionstraining in Leipzig, Bustickets erhältlich

Auch in diesem Jahr beteiligt sich das Aktionsnetzwerk Leipzig nimmt Platz an der Mobilisierung gegen Naziaufmärsche und Geschichtsrevisionismus im Februar in Dresden. Sowohl am 13.2. – dem Jahrestag der Bombardierung der Stadt Dresden durch alliierte Streitkräfte – als auch am 18.2.2012 wollen Neonazis aller Spektren in Dresden Geschichte leugnen.

„Gemeinsam mit verschiedenen Organisationen und Initiativen aus Leipzig rufen wir dazu auf sich den Neonazis in Dresden zu widersetzen und für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Geschichte einzustehen. Die Bombardierung Dresdens kam nicht von ungefähr, sondern war Teil der Kriegsführung gegen Nazideutschland, das bekanntlich den 2. Weltkrieg ausgelöst und Millionen von Menschen systematisch vernichtet hat.“ so Juliane Nagel, Pressesprecherin des Aktionsnetzwerkes.

Zugleich stehen die Aktionen des Bündnisses Dresden nazifrei, denen sich das Aktionsnetzwerk Leipzig nimmt Platz anschließt, im Zeichen des Protestes gegen die umfänglichen Repressionsmaßnahmen, die der Freistaat Sachsen im vergangenen Jahr gegen NazigegnerInnen angewendet hat. Razzien, Ermittlungsverfahren nach § 129 StGb („Bildung von kriminellen Vereinigungen“), die restriktive Ahndung von Blockadeaktionen oder Handyüberwachung im großen Maßstab – solche Mittel setzt die sächsische Regierung gegen Menschen Menschen ein, die sich couragiert gegen neonazistische Einstellungen und Aktionen engagieren.

„Wir lassen uns nicht einschüchtern und werden auch in diesem Jahr in großer Zahl von Leipzig nach Dresden fahren um uns dort Neonazis, Geschichtsrevisionismus und Repression entgegenzustellen. Antifaschismus ist und bleibt die richtige Antwort auf das mörderische, menschenverachtende Treiben der Nazis.“ erklärt Juliane Nagel.

Zur inhaltlichen Vorbereitung auf die Proteste in Dresden lädt das Aktionsnetzwerk Leipzig nimmt Platz zu einer Informationsveranstaltung am 1.2.2012 19 Uhr in den Hörsaal 16 des Hörsaalgebäudes in der Universitätsstraße 1 ein. Am 8.2. wird ab 18 Uhr in den Räumen der Connewitzer Cammerspiele auf dem Gelände des WERK II, Kochstraße 132 ein Aktionstraining zur praktischen Vorbereitung auf die Proteste in Dresden stattfinden.

Sowohl am 13. als auch am 18.2.2011 werden Busse von Leipzig nach Dresden fahren. Tickets für 5 Euro gibt es im el libro, Bornaische Str. 3d, in der Vleischerei in der Karl-Heine-Str. Ecke Zschochersche Str. und im Campus-Service des StudentInnenrates der Universität. Die Busse werden finanziell u.a. vom StudentInnenrat der Universität Leipzig und der HTWK, der LINKEN, Bündnis 90/ Die Grünen und MdB Daniela Kolbe unterstützt.

Am 13. & 18. Februar 2012: Naziaufmarsch, Geschichtsrevisionismus und Repression entgegenstellen

*Aktionsnetzwerk Leipzig nimmt Platz mobilisiert nach Dresden. Bustickets erhältlich. Info- & Diskussionsveranstaltung und Aktionstraining in Leipzig*

Auch in diesem Jahr und Mal wollen Neonazis im Februar in Dresden aufmarschieren und Geschichte verdrehen. Die Bombardierung der Stadt Dresden durch alliierte Luftstreitkräfte im Jahr 1945 dient ihnen als Projektionsfläche um sich als Opfer des 2. Weltkrieges zu inszenieren. Auch Teile der Stadtgesellschaft und -politik wähnen sich in der Opferrolle und trauern am 13.2. um die „unschuldige Stadt Dresden“, die in ihren Augen vor 67 Jahren vollkommen grundlos zerstört wurde. Dass die Stadt Teil des nationalsozialistischen Regimes und ein wichtiges Rüstungs-, Industrie- und Verkehrszentrum war, bleibt in dieser Perspektive ausgeblendet. Und so werden sich RepräsentantInnen aus Politik und Gesellschaft auch in diesem Jahr wieder auf dem Heidefriedhof einfinden und am Rondell, in dem 14 Gedenkstelen aufgereiht sind, mit denen neben Orten nationalsozialistischer Verbrechen wie Auschwitz, Buchenwald, Warschau oder Coventry auch der Stadt Dresden gedacht wird, Blumen niederlegen. Die von der Stadt Dresden angekündigte „wesentliche inhaltliche Veränderung“ des Gedenkens besteht darin, dass nicht Trauerkränze, sondern weiße Rosen vor dem geschichtsrevisionistischen Gedenkort niedergelegt werden und die Uhrzeit von 11 auf 15 Uhr verlegt wird.
Am 13.2.2012 werden dem wenige Stunden später die Nazis folgen. Das so genannte „Aktionsbündnis gegen das Vergessen“, das sich vor allem aus dem Spektrum „Freie Kräfte“ speist, ruft für den 13.2. zum Fackel-Trauermarsch auf. Für den 18.2.2012 ist der Trauermarsch der Jungen Landsmannschaft Ostpreußen (JLO) angemeldet. Ob und in welcher Dimension dieser stattfinden wird, ist offen.

In den vergangenen beiden Jahren ist mit der Unterstützung von bis zu 20.000 Menschen gelungen die zentralen neonazistischen Trauermärsche in Dresden zu verhindern.
Der sächsische Staat reagierte auf diese erfolgreiche antifaschistische und zivilgesellschaftliche Mobilisierung mit krassen Repressionen: begonnen mit der Stürmung des „Haus der Begegnung“ am Tag des 2011er Aufmarsches durch SEK-Einheiten über eine Handy-Daten-Erfassung im großen Stil bis hin zu Razzien, Ermittlungen nach § 129 StGB (Bildung einer kriminellen Vereinigung) und der juristischen Ahndung und Bestrafung von Blockadeaktionen.
Eine landeseigene Extremismusklausel soll darüber hinaus dafür sorgen die Arbeit gegen Neonazismus zu diskreditieren und kritische Initiativen außerhalb des demokratischen Konsens zu stellen.

Wir sind und bleiben kritisch und rufen dazu auf sich auch 2012 Naziaufmärschen, Geschichtsrevisionismus und Repression entgegenzustellen.
Schließt euch an: gegen jede Relativierung der Geschichte und der deutschen Schuld am Nationalsozialismus. Dafür, dass den Nazis auch im nächsten Jahr kein Fußbreit gewährt wird. Weder die Einschüchterungsversuche, die der sächsische Staat im vergangenen Jahr gegen AntifaschistInnen und zivilgesellschaftliche Akteure gerichtet hat, noch die Diskreditierung von Blockaden gegen Neonazis werden uns davon abhalten.

Aus Leipzig werden am 13. und am 18.2.2012 Busse nach Dresden fahren. Tickets für den 13. und 18.2. gibts für 5 Euro im el libro/ linXXnet, Bornaische Straße. Tickets für den 18.2. gibt es außerdem im Campus-Service des StudentInnenrates der Uni Leipzig am Augustusplatz und in der Vleischerei, Zschochersche/ Karl-Heine-Straße.

Zur Vorbereitung auf die Aktionen hat das Aktionsnetzwerk Leipzig nimmt Platz zwei Veranstaltungen organisiert:

01.02.12, 19:00, Leipzig, Hörsaalgebäude der Universität, Universitätsstraße 1, Hörsaal 16 : Infoveranstaltung “Naziaufmarsch, Geschichtsrevisionismus und Repression entgegenstellen” mit Dresden nazifrei

08.02.12, 18:00, Leipzig, Cammerspiele Connewitz auf dem Gelände des WERK II, Kochstraße 132: Aktionstraining in Vorbereitung auf Anti-Nazi-Proteste in Dresden

Außerdem empfehlen wir folgende Veranstaltungen:

02.02.2012, 19:30, Leipzig, Conne Island, Koburger Str. 3: Protest – geht’s noch? Podiumsdiskussion zum Stand der Proteste gegen den Naziaufmarsch in Dresden mehr

09.02.2012, 19:00, Leipzig, Conne Island, Koburger Str. 3: Mobilisierungsveranstaltung zur Demonstration “extrem_ist_in: Gegen das sächsische Demokratieverständnis und die Kriminalisierung von Antifaschismus” mehr


Mobilisierungsmaterial kann im linXXnet in der Bornaischen Str. 3d in Leipzig-Connewitz abgeholt werden.

Links:
http://leipziggoesdd.blogsport.de/

http://dresden-nazifrei.com
http://left-action.de/antifa/

Mobi-Material Dresden nazifrei in Leipzig erhältlich

Das Aktionsnetzwerk Leipzig nimmt Platz wird wie in den Vorjahren zu den Anti-Nazi-Aktionen in Dresden mobilisieren. Eine Infoveranstaltung und ein Aktionstraining sind in Vorbereitung. Bustickets werden ab ca. Mitte Januar 2012 an verschiedenen Verkaufsstellen erhältlich sein.

Ab heute können Flyer und Plakate zur Mobilisierung gegen die Naziaufmärsche in Dresden im Februar 2012 im linXXnet in der Bornaische Str. 3d, Leipzig-Connewitz abgeholt werden.

Schließt euch an: gegen jede Relativierung der Geschichte und der deutschen Schuld am Nationalsozialismus. Dafür, dass den Nazis auch im nächsten Jahr kein Fußbreit gewährt wird.
All die Einschüchterungsversuche, die der sächsische Staat im vergangenen Jahr gegen AntifaschistInnen und zivilgesellschaftliche Akteure gerichtet hat, werden uns davon nicht abhalten.

Am 1. Mai nach Halle – Naziaufmarsch verhindern!

Aktionsnetzwerk unterstützt Aufruf “Halle blockt” und mobilisiert am 1. Mai gegen den Aufmarsch der “Freien Kräfte” nach Halle. Mobilisierungsveranstaltung in Leipzig geplant

Das zivilgesellschaftliche Bündnis “Halle blockt!” und die Antifaschistischen Gruppen Halle mobilisieren gegen den geplanten Aufmarsch von Neonazis in Halle. Infos zu den Gegebenheiten vor Ort finden sich auf den jeweiligen Seiten. Mobiaktivitäten in Leipzig auf diesem Blog, Infomaterial gibt´s ab 14.4.2011 im linXXnet, Bornaische Str. 3d, Leipzig-Connewitz

Halle 1. Mai 11


Aufruf “Halle blockt”. Naziaufmarsch am 1.Mai verhindern!

Naziaufmarsch? – Nicht mit uns!

Neonazis der so genannten Freien Kräfte haben angekündigt am 1.Mai in Halle aufzumarschieren und einmal mehr ihre menschenverachtende Propaganda unter dem Motto „Zukunft durch Arbeit – Fremdarbeiter stoppen!“ zu verbreiten. Sie versuchen damit an bestehende Ressentiments in der Bevölkerung anzuknüpfen. Das Bündnis „Halle gegen Rechts“ hat sich zum Ziel gesetzt diesen Aufmarsch zu verhindern.
Wir können bereits auf einige Erfolge zurückblicken. So wurde dank vielfältiger Aktionen und des breiten gesellschaftlichen Schulterschlusses am 20. März verhindert, dass die NPD in den Landtag einziehen kann. Ebenso haben zahlreiche HallenserInnen durch entschlossenen und kreativen zivilgesellschaftlichen Protest am 17. Juni 2009 einen Naziaufmarsch blockiert und entscheidend behindert. Diese Erfolge gilt es am 01. Mai 2011 zu wiederholen!

Der 1.Mai im Nationalsozialismus

Die Nazis instrumentalisierten den internationalen ArbeiterInnenkampftag. Arbeit galt nun als Wert „an sich“ und wurde der „Jüdischen Nicht-arbeit“ gegenübergestellt. So stand auch der von den NationalsozialistInnen 1933 eingeführte „Feiertag der nationalen Arbeit“ nicht in der Tradition der Ziele der ArbeiterInnenbewegung. Statt für menschenwürdige Verhältnisse auf die Straße zu gehen, wurde an diesem Tag die angebliche Verbindung von „Deutschtum“ und „nationaler Arbeit“ gefeiert, alle gesellschaftlichen Interessengegensätze dagegen negiert und „den Juden angelastet“. Gewerkschaften galten in dieser Logik als vom „jüdischen Bolschewismus“ beeinflusste Organisationen deren Ziel es sei „das Volk zu spalten“. So verwundert es nicht, dass bereits am 2.Mai 1933 Gewerkschaften verboten, Gewerkschaftshäuser gestürmt und GewerkschafterInnen eingesperrt und erschossen wurden. Auch in Halle wurden an diesem Tag ArbeiterInnen durch die NationalsozialistInnen erschossen.

Neonazistische Instrumentalisierung des 1.Mai im Jahre 2011

Die Mobilmachung der Nazis gegen die EU-Arbeitnehmerfreizügigkeit hat eine altbekannte Ursache: Hass auf Menschen anderer Herkunft. Diesen Hass verpacken sie in eine sozial verbrämten Gestus: so ginge es angeblich um Arbeitsplatzsicherheit. Der Wegfall der Beschränkungen der Arbeitnehmerfreizügigkeit jedoch, bedeutet für alle Europäerinnen und Europäer – auch die Deutschen – dass sie überall in der EU arbeiten können. Wer die Freizügigkeit als Arbeitsplatzunsicherheitsfaktor umdeutet, ignoriert die Wahrheit, denn die Lohnstandards in Deutschland sind – im Vergleich mit anderen EU-Staaten – schlicht unattraktiv.

Handeln, statt Wegschauen!

Die Neonazis und ihre Ideologie verschwinden nicht einfach in dem sie ignoriert werden. Deshalb stellen wir uns ihnen an diesem Tag in Halle entgegen. Dieses Ziel eint uns. Wir sind solidarisch mit allen, die mit uns das Ziel teilen, den Naziaufmarsch zu verhindern.

Gemeinsam verhindern wir den Naziaufmarsch – bunt, gewaltfrei und phantasievoll!