Rückblick zum feministischen Kampftag

Wir danken allen die mit uns auf der Straße waren und zum kreativen und kämpferischen Protest beigetragen haben. Im folgenden haben wir unsere Pressemitteilungen dokumentiert. Außerdem sind ein paar Impressionen von Johanna Baschke zu finden.

Pressemitteilung vom 05.03.2026

Hinaus zum feministischen Kampftag: Kein Schritt zurück – die Zeit zu kämpfen ist jetzt!

Das Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“ ruft als Teil des Bündnisses „8. März ist immer!“ zur Demonstration am feministischen Kampftag auf. Start ist am 8. März 2026, 14:30 Uhr auf dem Augustusplatz. Der Demonstrationszug führt dann durch die Innenstadt zur Zwischenkundgebung auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz und schließlich über die Karl-Liebknecht-Straße bis zur Abschlusskundgebung am Werk 2 – Kulturfabrik e.V., wo im Anschluss eine feministische Abrissparty stattfindet.

Dazu erklärt Irena Rudolph-Kokot für das Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“: „Die Geschichte des Feminismus ist eine Erzählung von Kämpfen. Diese Geschichte schreiben wir heute fort. FLINTA* stehen weltweit unter Druck, Erkämpftes wird in Frage gestellt oder gar abgewickelt. Gerade jetzt heißt es nicht nur die Errungenschaften zu verteidigen, sondern um unsere, immer noch eingeschränkten Rechte, zu kämpfen! Mit uns gibt es keinen Schritt zurück!“

Anouschka Noack ergänzt für die Linksjugend Leipzig: „Der internationale Aufstieg des Autoritarismus trifft seit einigen Jahren verstärkt hart erkämpfte Fortschritte. Die Kriminalisierung von Abtreibungen schafft konkretes Leid für extrem viele Frauen weltweit und erzeugt erneut einen Zustand der Unfreiheit über den eigenen Körper. Wir müssen uns dem aber auch allen reaktionären Vorboten dieser Entwicklungen entschieden entgegenstellen.“

Hannah Lilly Lehman, Vorsitzende der Jusos Leipzig stellt klar: „Wer Gleichstellung will muss die Verteilungsfrage stellen. Solange FINTA weniger verdienen, häufiger in Teilzeit oder prekären Jobs arbeiten und den Großteil unbezahlter Sorgearbeit übernehmen, ist wirtschaftliche Abhängigkeit kein individuelles Problem – sondern politisch gemacht. Wer finanziell abhängig ist, hat weniger Spielraum, sich aus toxischen oder gewaltvollen Beziehungen zu lösen. Das ist kein Zufall, sondern Ausdruck struktureller, systematischer Ungleichheit.“

Marlen Drechsler von der Grünen Jugend Leipzig führt weiter aus: „Deutschland tut nicht genug um die Rechte von FLINTA* zu schützen und das fängt bereits im Gesetz an — ein Catcalling-Paragraf wird belächelt, die Nur Ja-heißt-Ja – Regelung abgelehnt und die Streichung von Schwangerschaftsabbrüchen aus dem Strafgesetzbuch immer weiter hinausgezögert. Das ganze hat offensichtlich System und das System heißt Patriarchat!“

„Um unsere Forderungen auf die Straße zu tragen und dem autoritären Rollback den Kampf anzusagen ist es gerade jetzt wichtig gemeinsam und laut am 8. März auf die Straße zu gehen und den Anliegen Öffentlichkeit zu geben. Kommt mit uns zur feministischen Demonstration, bringt Transparente und Schilder mit und seid laut. Kein Schritt zurück- die Zeit zu kämpfen ist jetzt!“, so Lola Phiel für das Aktionsnetzwerk abschließend.

Pressemitteilung vom 09.03.2026

Über 10 000 Menschen demonstrierten in Leipzig am 8. März

Das Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“ hatte als Teil des Bündnisses „8. März ist immer!“ zur Demonstration am feministischen Kampftag aufgerufen und über zehntausend Menschen kamen.

Dazu erklärt Irena Rudolph-Kokot für das Aktionsnetzwerk:
„Es war überwältigend, wie viele FLINTA* sich an der Demonstration beteiligten. Viele hatten Schilder gebastelt, Transparente gemalt oder trugen ihre Statements auf der Kleidung.
Aus den Redebeiträgen auf der zentralen Auftaktkundgebung auf dem Augustusplatz stach der einer Iranerin hervor und bewegte viele auf dem Platz. Am Wilhelm-Leuschner-Platz ergriff eine Kita-Erzieherin für Ver.di das Wort und nahm die Menschen emotional mit.
Unser besonderer Dank gilt allen, die diese Demonstration möglich gemacht haben – egal ob als Ordbner*innen, Awarnesspersonen, Moderation, Fahrer*innen, Redner*innen, Organisator*innen. Für uns alle gilt: 8. März ist immer!“

Alle Redebeiträge, die gehalten wurden, sind auf der Seite der AG Frauenprojekte zu finden: https://agfrauenprojekte-leipzig.com/redebeitraege/