Redebeitrag Leipz nimmt Platz Demo “Es reicht!”

English version below

 

Redebeitrag zur Demo “Es reicht!” am 15.01.2024 in Leipzig:

Mit der Offenlegung der Pläne durch das Correctiv Netzwerk zeigt sich nichts Neues, sondern es wird immer deutlicher und klarer, wovor Antifaschist*innen seit Jahren warnen. Die AfD, und mit ihr ihre Helfershelfer*innen in Wirtschaftsunternehmen, der Werteunion und Co, haben konkrete Pläne für die Zerstörung Deutschlands und die massenhafte Deportation von Menschen.

Seit Jahren wurde insbesondere in Schnellroda, wo mit Götz Kubistschek einer der zentralen Figuren der Neurechten sitzt, daraufhin gearbeitet. Dort, unscheinbar im Rittergut, wo sich Kubitschek und Kositza als Bewahrer deutscher Traditionen inszenieren, treffen AfD, Identitäre und Rechte aus ganz Europa zusammen und entwerfen ihre menschenverachtenden Pläne.

In den Publikationen des Instituts für Staatspolitik, in den Schriften von Benedikt Kaiser und weiteren, in den Treffen, in denen Höcke, vom „afrikanischen Ausbreitungstyp“ sprach, sind die Pläne entstanden und entworfen worden. Es kann daher nicht wundern, wenn diese Pläne nun öffentlich werden. Und es zeigt sich, wie weit sie mit dieser Strategie bereits gekommen sind, wenn mit „Remigration“, das Codewort für ethnische Säuberungen und Deportationen so breit, ohne Einordnung genutzt wird.

Es sind auch die vermeintlich demokratischen Parteien, die mit der Überbetonung, dass Migration das größte Problem unserer Zeit sei, den Boden dafür bereiten und Menschen in die Arme derer treiben, die vermeintlich, die einzigen sind, die einen konkreten Plan zum Handeln haben. Entsprechend wollen viele nicht wahrnehmen, dass diese Deportationen und ethnischen Säuberungen, die die AfD anstrebt, am Ende mehr als  23 Mio. Menschen treffen könnte.

Auch bei den Bauernprotesten zeigt sich das Vorgehen der Rechten, die versuchen jeden Protest zu instrumentalisieren und quasi ein Bürgerkriegsszenario zu entwerfen. Das Ziel der AfD, als parlamentarischer Arm des wiedererstarkten Faschismus ist nichts weniger als die Zerstörung unseres Landes und die Errichtung eines ethnisch-homogenen autoritären nationalistischen Staates.

Die Topoi der Rechtsradikalen zeigen die Parallelen zu den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts. Die Angriffe auf die Presse, und zwar ausnahmslos auf jede Presse, die nicht ihre Meinung teilt, sind Teil der Strategie, das Vertrauen in die Demokratie zu erschüttern und sich dann als einzige Retter darzustellen.

Dem Plan des autoritären Populismus folgend und sich als einzige Stimme des Volks gerierend, werden Menschen, die eine andere Meinung als die der Rechten, als Volksschädlinge dargestellt. Es muss erschrecken, aber kann nicht verwundern, wie weit die Verrohung der Kultur und Sprache in die Mitte der Gesellschaft Einzug gehalten hat, wenn der Wunsch, Menschen an den Galgen zu bringen, wie zum Teil bei den Bauernprotesten gesehen, von so vielen mit einem Schulterzucken goutiert wird oder versucht wird mit dem Hinweis zu rechtfertigen, dass diejenigen, die man hängen will, doch aufgrund ihrer Politik selbst dafür verantwortlich sein sollen.

In Zeiten der multiplen Krisen wächst die Zustimmung zu autoritären Einstellungsmustern. Das historische Gedächtnis ist kurz und viele verstehen nicht, wohin diese Entwicklung am Ende führt und am Ende führen muss.

Die soziale Ungleichheit gefährdet die Demokratie, die Krisen befeuern apokalyptische Szenarien und viele Parteien bieten keine Lösungen an, sondern Sündenböcke für den sozialen Abwärtsvergleich. All dies befeuert den Zuspruch zu Rechten jeglicher Art.

Die AfD ist nicht der politische Gegner, den es daher zu stellen gilt, die AfD ist der Feind, der bekämpft werden muss. Nicht, in dem man die Themen übernimmt und sich auf einen menschenverachtenden Abwertungskampf einlässt, an dessen Ende Europa die Demokratie und den Frieden verlieren wird, sondern indem man klare Kante zeigt, nicht nur auf der Demo, sondern jeden Tag, sich gegenseitig unterstützt, die Stimme erhebt, die soziale Frage stellt und die Faschist*innen angreift.

Das „Nie wieder“ ist eben nicht unverrückbar. Auch das zeigen diese Tage. Es ist geschehen, also kann es wieder geschehen, das ist die Lehre der Geschichte.

Nie wieder Krieg, Nie wieder Faschismus, – Jetzt handeln und die Faschist*innen stoppen!

English version:

With the disclosure of plans by the Correctiv network, nothing new is revealed, but it is becoming increasingly clear and evident what antifascists have been warning about for years. The AfD, and with them their accessories in corporations, the Werteunion and Co, have tangible plans for the destruction of Germany and the mass deportation of people.

For years, especially in Schnellroda, where Götz Kubitschek, one of the central figures of the New Right, resides, has been working towards this. They, inconspicuously in the manor, where Kubitschek and Kositza stake a claim as preservers of German traditions, meet with AfD, Identitarians and right-wing activists from throughout Europe and draft their inhumane plans.

In the publications of the Institute for State Politics, in the writings of Benedikt Kaiser and others, in the meetings where Höcke spoke of the “African spread type”, these plans were created and drafted. It should not be surprising, then, when these plans now become public. And it is clear how far they have come with this strategy when “Remigration”, the code word for ethnic cleansing and deportations, is so broadly and indiscriminately used.

It is also supposedly democratic parties that, by emphasizing that migration is the biggest problem of our time, prepare the ground for this and drive people into the arms of those who apparently are the only ones with a concrete plan of action. Thus, many do not want to realize that these deportations and ethnic cleansings, which AfD is aiming for, could ultimately affect more than 23 million people.

The farmers’ protests also show the tactics of the right, who try to instrumentalize every protest and virtually create a civil war scenario. The goal of the AfD, as the parliamentary arm of the re-emerging fascism, is nothing less than the destruction of our country and the establishment of an ethnically homogeneous authoritarian nationalist state.

The topics of the right-wing radicals show parallels to the 1920s of the last century. Attacks on the press, exclusively on every press that does not share their opinion, are part of the strategy to undermine trust in democracy and then to present themselves as the only saviors.

Following the plan of authoritarian populism and posing as the only voice of the people, people who have a different opinion than that of the right are portrayed as harmful to the people. It must be alarming, but not surprising, how far the brutalization of culture and language has entered mainstream society, when the desire to hang people, as partly seen in the farmers’ protests, is casually tolerated by many or attempted to justify by saying that those who are to be hanged, due to their own political actions, should be held responsible for it.

In times of multiple crises, approval of authoritarian patterns of attitude is increasing. The historical memory is short and many do not understand where this development could lead in the end.

Social inequality threatens democracy, crises fuel apocalyptic scenarios, and many parties do not offer solutions, but scapegoats for downward social comparison. All this boosts the approval of any kind of right-wing tendency.

The AfD is not the political opponent that needs to be faced, the AfD is the enemy that must be fought. Not by adopting their issues and engaging in a degrading struggle against humanity, which will eventually lead Europe to lose democracy and peace, but by taking a strong stand, not just on the demo, but every day, supporting each other, raising our voice, addressing the social issue and attacking the fascists.

The “Never Again” is not unalterable. These days show that too. It happened, so it can happen again, that is the lesson of history.

Never again war, Never again fascism, – Act now and stop the fascists!

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