PM: Vielfältige Widersetzaktionen sorgen für Routenverlegung und Verzögerungen bei Legida

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Legida schürt gefährliche Stimmung – Resonanz auf Aufruf zur Selbstanzeige
Zum 5. Mal veranstaltete Legida am 23.2.2015 einen so genannten Spaziergang in Leipzig. Zum ersten Mal seit dem 12.1.2015 durfte die nationalistische Initiative, die inzwischen auch einen Verein gegründet hat., diesmal einen Aufzug durchführen, an dem sich mehr als 500 Personen beteiligten, darunter zahlreiche gewaltbereite Hooligans und Vertreter der NPD.

Insgesamt um die 1000 Menschen zeigten an diesem Montag wiederum vielfältigen Protest. An mindestens drei Stellen fanden gewaltfreie Sitzblockaden statt.
„Die sitzende Versammlung in der Querstraße wurde von der Versammlungsbehörde als Eilversammlung anerkannt. Mehr als 200 Menschen zeigten dort und damit auf der Route von Legida ihren Protest.“ so Friis Neubert für das Aktionsnetzwerk Leipzig nimmt Platz. Durch die Sitzblockade musste der Marsch von Legida umgeleitet werden.
Auch auf der Strecke der Alternativeroute in der Salomonstraße übten Menschen zivilen Ungehorsam, wie auch am Johannisplatz. Dort wurde Legida schlussendlich direkt an den Protestierenden vorbei und zurück zum Augustusplatz geführt. Dabei wurden von Legida-Anhängern Böller auf Protestierende geworfen.

Die Bilanz des Tages sind: eine stagnierend hohe Zahl an Menschen, die den nationalistischen und rassistischen Tönen von Legida folgen sowie ein entschlossener, kreativer Protest.

„Legida ist nicht so harmlos, wie es immer wieder behauptet wird. Legida vergiftet das Klima und Zusammenleben in dieser Stadt. Wenn Oberverschwörungstheoretiker Jürgen Elsässer von der Bühne gegen Überfremdung und Parallelgesellschaften schwafelt, heizt er gezielt das Klima gegen MigrantInnen an. Wenn Versammlungsleiter Silvio Rösler ein `Europa der Völker` beschwört, meint er nichts anderes als nationalistische Kleinstaaterei.“ so Juliane Nagel, Sprecherin des Aktionsnetzwerkes. „Wir dagegen wollen eine offene Stadtgesellschaft, wir wollen mit Menschen zusammenleben, die andere Erfahrungshintergründe haben,wir wollen, dass reale Grenzen und Grenzen im Kopf fallen.“

Den dynamischen Protest an diesem Montagabend sieht Friis Neubert auch als aktive Solidarisierung mit den beiden Politikerinnen Monika Lazar und Juliane Nagel, die wegen ihrer Aufrufe zum Protest gegen Legida für das Aktionsnetzwerk nun angeklagt sind bzw. werden.
„Wir danken allen Menschen, die sich heute nicht einschüchtern lassen haben, sich Legida mit Mitteln des zivilen Ungehorsams entgegenzustellen. Dies ist eine wichtige praktische Ergänzung unseres Aufrufs zur Selbstanzeige. Diesem sind übrigens neben diversen Grünen-PolitikerInnen nun auch Frank Kimmerle, Vorsitzender des Erich-Zeigner-Haus e.V. , Sebastian Krumbiegel und verschiedene Einzelpersonen gefolgt.“