PM: Legida auf dem absteigenden Ast

Wieder breiter Protest gegen die Versammlung der Nationalist_innen – Zum Teil unverhältnismäßiges Agieren der Polizei

Nur etwa 1.500 „Leipziger gegen die Islamisierung des Abendlandes“ versammelten sich am Freitag, 30.1. auf dem Augustusplatz. Aufgrund der Anreise über den Hauptbahnhof kann allerdings davon ausgegangen werden, dass deutlich weniger als eintausend davon tatsächlich aus Leipzig kamen. Auf Seiten des Protestes versammelten sich wiederum deutlich mehr Menschen, das Netzwerk „Leipzig nimmt Platz“ schätzt deren Anzahl mit 7.000 bis 8.000 als etwa fünf Mal so hoch ein.
„Die Teilnehmer_innenzahl bei Legida ist rapide abgestürzt. Auch wenn es wohl nicht deren letzter Versuch war mit fragwürdigen Parolen auf die Straße zu gehen, wurde gestern in Leipzig das Ende des medial aufgeblasenen Ablegers der mittlerweile tief gespaltenen Pegida markiert.“ so das Aktionsnetzwerk Leipzig nimmt Platz.

In der Legida-Kundgebung befand sich anteilig noch stärker als am vergangenen Mittwoch offen nach Rechts orientierte Klientel: Hooligans, organisierte Nazis, aber auch eher am Stammtisch orientierte Männer. Frauen waren kaum zu sehen. Wie erwartet wurde von der Bühne aus Stimmung gegen die Asyl- und Einwanderungspolitk gemacht. Mit frenetischem Applaus wurde zudem der Satz „Der Islam gehört nicht zu Deutschland“ bedacht, der erst kürzlich vom sächsischen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich vertreten wurde. Außerdem kam es wieder zu Schmähungen gegen bekannte Namen aus der lokalen Politik.

An verschiedenen Orten sammelten sich spontan hunderte Menschen um Legida den Weg zu versperren. Unter anderem in der Goethestraße. Dort reagierte die Polizei aggressiv gegen friedliche Sitzblockaden. Auch sich im Umfeld befindliche Personen wurden mit Gewalt zur Seite gedrängt, mit Pfefferspray belegt oder aggressiv angeschrien. Nach Augenzeugenberichten soll mindestens ein Journalist in dieser Situation auf Grundlage falscher Beschuldigungen von Polizist_innen bedroht und geschlagen worden sein.

Das Aktionsnetzwerk kritisiert „Die Polizei hat ohne jedes Maß agiert. Die an dieser Stelle eingesetzten sächsischen Beamt_innen haben gegen die in der Goethestraße friedlich demonstrierenden Menschen vollkommen unverhältnismäßige Mittel eingesetzt. Anstatt zu kommunizieren wurde geschrien, gedroht und Gewalt eingesetzt. Offenbar wurden Einzelne stellvertretend mit willkürlichen Tatvorwürfen überzogen. Das kann nicht das Mittel sein, um friedlichem Protest zu begegnen.“
Abschließend formuliert das Aktionsnetzwerk den Anspruch nicht nachzulassen, den kruden chauvinistischen und nationalistischen Positionen von Legida Protest entgegenzubringen: Entschlossen, solidarisch und gewaltfrei gegen jegliche menschenfeindlichen Bestrebungen.

5 Gedanken zu „PM: Legida auf dem absteigenden Ast“

  1. Ich würde gerne wissen wieso ihr Menschen daran hindert auf ihren Demoplatz zu kommen und euch freut wenn LEGIDA auf dem “absteigenden Ast” ist? Es liegt doch ganz klar daran weil die Leute Angst haben wegen Menschen wie ihnen ihre Meinung offen zu sagen. Warum muss man den Demogängern den Weg versperren? Da müsst ihr euch nicht wundern wenn die 1500 zum großen Teil aus sportlichen jungen Männern besteht, die Blockaden und Aggressivitäten wirken wie ein Filter. Bei den Demos in Dresden konnte man in den Interviews auch Frauen mit Kinderwagen und “Oma + Opa” sehen, logisch das die sich so was nicht antun. Ich bin jung, hab aber selbst Angst zu LEGIDA zu gehen. Ihr schafft es vielleicht die Meinung auf dem Augustusplatz zu unterbinden aber die Meinung bei jedem einzelnen zu Hause könnt ihr nicht unterbinden. Wer sich für Bürgerentscheide und die Reformation der Einwanderungsgesetze einsetzt muss nämlich nicht gleich ein Nazi sein 🙁

    Ich hoffe ihr schreibt eine Antwort und löscht meinen Kommentar nicht einfach. Dinge löschen die einem unbequem sind zu beantworten mache nämlich nur die Dummen ohne eigene Meinung.

  2. Was bewegt eine Frau vom Bund der Antifaschisten und mich, eine grundsätzlich Linke, einer Legida-Demo beizuwohnen? Nur eins, die Angst vor einem großen Krieg. Dieser wird von unseren politischen Machthabern im Schulterschluss mit den Medien vorbereitet. Kriegspropaganda gegen Russland wurde bereits vor dem ersten und dem zweiten Weltkrieg getrieben. Wohin das führte, wissen wir. Und wir wissen auch, dass Amerika seine Pleiten immer mit Kriegen ausbügelte und jetzt auch unsere Marionettenregierung dafür benutzt. Es wird Zeit, unsere faschistischen Politiker für ihre Kriegstreiberei und die Ächtung Russlands zu schmähen und anzuklagen. Das Asylproblem sollte gerade jetzt sekundär behandelt werden (mit dieser Forderung wende ich mich auch an Legida).
    Geht doch endlich alle für den Frieden auf die Straße! Sahra Wagenknecht hat sich doch verdammt nochmal deutlich ausgedrückt!

  3. []
    Hallo Thomas
    ist das eine ernsthafte Frage?? Hast du dich damit beschäftigt was Legida ist, wofür Legida steht etc?
    Demokratie ist tatsächlich kein Stillstand, darum muss sich LEgida und müssen sich deren AnhängerInnen auf Widerspruch gefasst machen.
    Ich frage mich ob du ernsthaft naiv bist oder so tust?!
    Legida ist der ins extrem rechte tendierende Ableger von Pegida. Legida ist nationalistisch, chauvnistisch und teilt in gute und böse Flüchtlinge, progagiert de facto, dass der Islam eine negative Religion ist und redet in Bezug auf einen verantwortungsvollen Umgang mit dem NS über “Kriegsschuldkult”.
    Wer sich dem anschliesst will zurück in die Vergangenheit und verschliesst die Augen vor gesellschaftlichen, sich globalisierenden Realitäten. Wer sich dem anschliesst muss sich nicht wundern, dass er sie auf Protest stösst.
    Aber eine andere Frage: Hast du dich in den letzten Jahren politisch für irgendwas engagiert oder interessiert? Hast du an Veranstaltungen teilgenommen, den Kontakt zur PolitikerInnen gesucht, die zb bei Legida geschmäht und beschimpft werden?
    MfG

  4. Frau Dimitrov, Sie wissen, dass Sie mit Ihrer Anwesenheit bei Legida alle “Antifaschisten und Linke” beleidigen?

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