Leipzig nimmt Platz resümiert die Proteste gegen die NPD-Kundgebungen am 1.11.

Das Aktionsnetzwerk Leipzig nimmt Platz zeigt sich zufrieden mit den Protesten gegen die rassistischen Kundgebungen der NPD am 1.11.2012 in Leipzig. Die Arbeit gegen Alltagsrassismus bleibt prioritär, denn Ideologien der Ungleichwertigkeit ziehen sich durch die gesamte (Stadt)Gesellschaft

Immerhin 200 Menschen versammelten sich in der Berliner Str./ Roscherstr. und 100 an der Pittlerstraße in Wahren, um der aggressiven und rassistischen Hetze der NPD etwas entgegenzusetzen. Einige Hunderte bewegten sich im direkten Umfeld der Roscherstraße. Zwar konnten beide Kundgebungen im Grunde nicht verhindert, mit lautstarken Sprechchören, Trillerpfeiffen und Samba-Musik allerdings erheblich gestört werden. Darüber hinaus gab es kleinere Versuche den Tross der NPD mit spontanen Blockaden aufzuhalten.
Auch Ordnungsamt und Polizei ließen den VeranstalterInnen von der NPD heute nichts durchgehen. Mehrfach drohte die Auflösung der Kundgebungen wegen Auflagenverstößen.

„Wir danken allen, die trotz kalten Wetters ausgeharrt und gegen die NPD und jeden Rassismus protestiert haben. Wir werden immer auf die Straße gehen, wenn die Würde von Menschen verletzt wird, wie es die Führungsfiguren der NPD heute wieder vorgeführt haben.“

Offensichtlich hat die NPD ihre Strategie geändert. Statt mit Großaufmärschen, versucht sie mit kleinen Veranstaltungen in vielen Orten Themen zu setzen. Bereits im Sommer hatten die bundesweite Anti-Euro-Tour und eine sachsenweite „Wochenmarkttour“ stattgefunden. Nun folgte die Tour „gegen Überfremdung, Islamisierung und Asylmissbrauch, in deren Rahmen heute in Dresden und Leipzig Kundgebungen vor muslimischen Gebetsorten und Flüchtlingswohnhäusern stattfanden.

„Die Wirkung der NPD-Tour ist nicht zu unterschätzen. Sie konnte an in der Stadtgesellschaft verbreitete Ressentiments gegen Flüchtlinge und MuslimInnen anknüpfen. In Leipzig-Wahren hielt die NPD ihre Kundgebung gezielt vor einer zukünftigen Unterkunft von Flüchtlingen ab. Die Vorlage dafür lieferte ein Teil von AnwohnerInnen, die seit dem Sommer gegen dieses Vorhaben der Stadt mobil machen. Wir freuen uns besonders, dass eine kleine Zahl von WahrenerInnen heut an den spontanen Protesten in ihrem Stadtteil teilgenommen haben. Wir müssen weiter gegen fremdenfeindliche Ressentiments und Alltagsrassismus arbeiten. Wir stehen für eine offene Gesellschaft, in der alle Menschen, egal woher sie kommen und egal welcher Religion sie anhängen, ohne Einschränkungen leben können.“