PM, 24.10.2012

Aktionsnetzwerk Leipzig nimmt Platz ruft zu Protesten gegen die rassistische Tour der NPD auf – Priorität auf Widersetz-Aktionen vor dem Moschee-Verein in der Roscherstraße

Für den 1.11.2012 hat die NPD in Leipzig einen Halt ihrer so genannten „Anti-Islamisierungs- und -Überfremdungs-“Tour angekündigt. In diesem Rahmen will sie vor einem zukünftigen Wohnhaus für Flüchtlinge in Leipzig-Wahren sowie vor dem Sitz eines Moschee-Vereins in der Roscherstraße Kundgebungen abhalten.
Für das Aktionsnetzwerk Leipzig nimmt Platz, einem Zusammenschluss zivilgesellschaftlicher und politischer Akteure aus Leipzig, steht fest, dass diese Aktionen der Nazis nicht unwidersprochen bleiben dürfen.

In einer Beratung am Dienstagabend vereinbarte das Aktionsnetzwerk sich am 1.11. auf den Protest gegen die geplante NPD-Kundgebung vor dem Moschee-Verein in der Roscherstraße, die für 17 bis 19 Uhr angemeldet ist, zu konzentrieren. Im Laufe des heutigen Tages werden durch das Aktionsnetzwerk zwei Kundgebungen im Umkreis der Roscherstraße angemeldet. Die genauen Anlaufpunkte und Zeiten werden nach Abstimmung mit dem Ordnungsamt bekannt gegeben.

„Wir werden am 1.11. Rassismus jeder Couleur eine Absage erteilen. Wir stehen für eine offene Gesellschaft, in der alle Menschen, egal woher sie kommen und egal welcher Religion sie anhängen, ohne Einschränkungen leben können.“ erklärt das Netzwerk in einem gestern Abend verabschiedeten Aufruf. Im Laufe der Woche wird Kontakt zu Mitgliedern der Moschee-Gemeinde aufgenommen, um diese zur Beteiligung an den geplanten Protesten einzuladen.

Der Intention der NPD-Kundgebung im Umfeld einer zukünftigen Unterkunft für Asylsuchende in Leipzig-Wahren erteilt das Aktionsnetzwerk ebenfalls eine klare Absage. „Die NPD will dort gezielt eine rassistische Stimmung schüren und an Ressentiments gegen Flüchtlinge anknüpfen, die leider im Zuge der Debatte um das neue städtische Unterbringungskonzept für Asylsuchende im Sommer vor allem in Wahren zutage traten.“ so das Aktionsnetzwerk. „Da die Wahrener BürgerInneninitiative scheinbar kein Interesse an einem gemeinsamen und solidarischen Vorgehen gegen die rassistische Aktion der Nazis hat, sehen wir zunächst davon ab am 1.11. in Wahren Protest zu organisieren.“