Aktionsnetzwerk: Rückblick auf den 20.8.2011

Das Aktionsnetzwerk Leipzig nimmt Platz begrüßt den Umstand, dass die Nazis am heutigen 20.8. in Leipzig keinen Platz fanden. Das Netzwerk, in dem sich zahlreiche zivilgesellschaftliche Initiativen und Vereine, Jugendverbände, Gewerkschaften, Parteien und auch die Kirche versammelt haben, zeigt sich erfreut über den friedlichen Verlauf aller demokratischer Aktionen, die dennoch stattfanden.

Ein Dank geht an alle Unterstützerinnen und Unterstützer, an alle, die geholfen und sich beteiligt haben.
Auch wenn die Aktionen gegen die angedachte Nazikundgebung nicht so stattfinden konnten wie geplant, waren an diesem Tag mehrere hundert Engagierte gegen die menschenverachtenden Einstellungen der Nazis unterwegs und bereit sich deren Ideologie zu widersetzen.

Kritik übt das Aktionsnetzwerk allerdings Kritik am Verbot aller angemeldeten demokratischen Aktionen durch die Stadt Leipzig. Auf Unverständnis stößt vor allem das Verbot aller Mahnwachen an den Kirchen und Stolpersteinen sowie das Verbot der Aktion mit „Kreide gegen Rechts“ am 19.08. Trotz dieses Verbotes fanden sich viele Menschen am Platz vor dem Völkerschlachtdenkmal ein. Spontan griffen viele zur Kreide und brachten dort ihre Meinung zum Naziaufmarsch zum Ausdruck.

Um am 20.8. zu ermöglichen, dass Menschen ein zivilgesellschaftliches Zeichen gegen die Nazis setzen können, stellten die Gewerkschaften dankenswerter Weise ihren Hof und Garten zur Verfügung. Mehr als 500 Menschen nutzen diesen Anlaufpunkt und lauschten den Konzertbeiträgen bei gutem Wetter und guter Stimmung.

Das Aktionsnetzwerk Leipzig nimmt Platz ist allerdings der Auffassung, dass es einer umfassenderen Aufarbeitung der Geschehnisse um den heutigen Tag bedarf. Insbesondere die Entscheidungen des Oberverwaltungsgerichtes Bautzen und das Vorgehen der Stadt Leipzig bedürfen einer kritischen Bewertung.

Trotz des insgesamt erfreulichen Verlaufs des 20.8. ist es zudem nötig eine breitere und grundsätzlichere Auseinandersetzung mit neonazistischen Tendenzen zu führen. Nur wenn sich die Bürgerinnen und Bürger der Problematik bewusst werden und auch entsprechend handeln, wird es möglich sein, menschenverachtende Einstellungen dauerhaft zurückzudrängen.

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