Das „Aktionsnetzwerk Leipzig nimmt Platz“ unterstützt die Proteste gegen die Kürzungen in der Jugendhilfelandschaft

Es fordert die sächsische Staatsregierung deshalb auf:
1. Rücknahme der geplanten Kürzungen in der Jugendhilfelandschaft
2. Dialog über zukunftsfähige und nachhaltige Kinder- und Jugendhilfearbeit muss initiiert werden!

Pressemitteilung vom 7.3.2010

Die Kürzungen im Etat des sächsischen Staatsministeriums für Soziales treffen in erster Hinsicht Jugendverbände sowie die Jugendhilfe und Jugendpauschale der Kommunen und Landkreise und die Förderung des Ehrenamts. Diese Initiativen und Förderstrukturen haben durch ihre Arbeit Freizeitgestaltungen der Bildung und des sozialen Engagements ermöglicht, die jungen Menschen Perspektiven geboten hat. Mit den Kürzungsvorhaben steht eine ganze Generation von Kindern und Jugendlichen für eine verfehlte Finanzpolitik ein und droht die Kompetenz der gesellschaftlichen Mitverantwortung und der sozialen Teilhabe zu verlernen. Die sächsische Jugendhilfelandschaft wird finanziell beschnitten und damit handlungsunfähig gemacht. Deshalb fordern wir die sofortige Rücknahme der geplanten Kürzungen.

Die Einsparungen sind ohne Dialog mit den beteiligten Akteur_innen entschieden worden. Das wirft ein schlechtes Licht auf das vorherrschende Demokratieverständnis in Sachsen. „Anstatt in autoritärer Weise zu regieren, fordern wir die sächsische Landesregierung auf, den Dialog mit den Betroffenen aufzunehmen. Es müssen kooperative Verhandlungen über eine zukunftsfähige Jugendhilfelandschaft eingeleitet werden“, lautet die Forderung des Aktionsnetzwerkes.

Welche Konsequenzen und Auswirkungen haben diese Kürzungen für die Jugend- und Bildungslandschaft? Beteiligungsmöglichkeiten, Mitbestimmungsstrukturen, kreative Selbsterfahrungsräume sowie Aktionen des sozialen Engagements fallen flächendeckend weg! In diese Räume stoßen die Neonazis mit ihren eigenen Jugendprojekten und menschenverachtenden Ideologien vor. Die sächsische Landesregierung macht sich gezwungenermaßen zum Steigbügelhalter neonazistischer Rekrutierungsmaßnahmen.

Aus diesem Grund muss der Freistaat die geplanten Kürzungen zurücknehmen. Stattdessen müssen sich die politischen Verantwortlichen gemeinsam mit den Betroffenen für eine langfristige, institutionelle Jugendhilfe- und bildungslandschaft stark machen. Dadurch wird ein Demokratieverständnis gefördert, welches sich auch aktiv gegen Neonazismus bekennt.

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